Ärzteschaft

Fake News und Deepfakes: Bundesärztekammer veröffentlicht Fokuspapier

  • Donnerstag, 29. Oktober 2026
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Berlin – Eine kompakte Informationsgrundlage zu täuschend echt wirkenden Inhalten mit irreführenden Gesundheitsinformationen in sozialen Medien und ihre algorithmisch verstärkte Verbreitung will die Bundesärztekammer (BÄK) mit dem neuen Fokuspapier „Fake News und Deepfakes“ bieten.

Ziel der BÄK ist es, kompakt zu vermitteln, was Fake News und Deepfakes sind, welche Risiken sie im ärztlichen Kontext bergen und wie im konkreten Fall reagiert werden kann.

„Wenn falsche Gesundheitsinformationen täuschend echt aufbereitet und millionenfach verbreitet werden, kann das konkrete Folgen für Patientinnen und Patienten haben. Ärztinnen und Ärzte müssen solche Inhalte erkennen und ihnen fundiert begegnen können“, betonte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer.

Zugleich dürfe man die Verantwortung nicht allein den Betroffenen überlassen, so Reinhardt. Auch die Plattformbetreibenden müssten dafür sorgen, dass ihre Angebote in in sozialen Medien nicht zur Verbreitung gefährlicher Gesundheitsdesinformation beitragen.

Mit dem nun veröffentlichten Fokuspapier ergänzt die BÄK ihre Handreichung für Ärztinnen und Ärzte in sozialen Medien und zeigt neben den rechtlichen Rahmenbedingungen auf, wie Ärzte der Verbreitung falscher Gesundheitsinformationen vorbeugen, verdächtige Inhalte erkennen und darauf reagieren können – inklusiver entsprechender Fallbeispiele.

Das Papier empfiehlt Ärzten, die eigene Qualifikation transparent darzustellen, Quellen kritisch zu prüfen und verdächtige Inhalte zu dokumentieren beziehungsweise bei den Plattformen zu melden. „Ärztinnen und Ärzte sollten mögliche Hinweise auf manipulierte Inhalte kennen, zugleich aber berücksichtigen, dass Deepfakes zunehmend schwer zu erkennen sind“, erläuterte Peter Bobbert, BÄK-Vorstandsmitglied und Präsident der Ärztekammer Berlin.

Zudem unterstreiche das Papier die Bedeutung der Medien- und Gesundheitskompetenz, so Erik Bodendieck, BÄK-Vorstandsmitglied und Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. Die Ärzteschaft könne Patienten dabei unterstützen, digitale Gesundheitsinformationen kritisch zu prüfen und evidenzbasierte Angebote zu nutzen. Dazu gehöre auch, Fragen und Sorgen ernst zu nehmen und fragwürdige Inhalte im persönlichen Gespräch empathisch und nachvollziehbar einzuordnen.

In dem Fokuspapier wird Ärzten bei eigener Betroffenheit – etwa durch manipulierte Videos, falsch zitierte Aussagen oder angebliche Produktempfehlungen – insbesondere bei schwerwiegenden oder wiederholten Fällen – rechtsanwaltlicher Rat empfohlen. Bei Hassnachrichten im Internet könne Strafanzeige über die Online-Wachen der Polizei erstattet werden.

Da drohende Reputationsschäden und Cybermobbing erheblichen Stress verursachen können, sollte aus Sicht der BÄK neben den rechtlichen und kommunikativen Gegenmaßnahmen auch die eigene Selbstfürsorge und gegebenenfalls die Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten mitgedacht werden.

EB/aha

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