Politik

Finanzkommission Gesundheit will Reformvorschläge im Dezember präsentieren

  • Donnerstag, 27. August 2026
/picture alliance, Benjamin Ulmer
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Berlin – Die vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) beauftragte Finanzkommission Gesundheit (FKG) will ihre Vorschläge zu weitreichenden Strukturreformen im Gesundheitswesen voraussichtlich am 18. Dezember vorlegen. Diesen Termin kündigte der Vorsitzende Ferdinand Gerlach heute in der Onlineausgabe der Ärzte Zeitung an.

Ein Thema des mit Spannung erwarteten Berichts der Kommission soll die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Primärversorgung sein. Ziel ist die bessere Steuerung und Verringerung der im internationalen Vergleich überdurchschnittlich häufigen Arzt-Patienten-Kontakte in Deutschland.

Die im September 2025 eingesetzte Kommission hatte Ende März einen Bericht mit 66 Empfehlungen für Milliardeneinsparungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vorgelegt. Viele der Vorschläge wurden im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz – im wesentlichen einem Sparpaket – umgesetzt. In einem zweiten Schritt sollen Strukturreformen folgen.

Es könne nicht „bei ganz vielen unnötigen Kontakten bleiben“, sagte Gerlach der Zeitung. „Wenn man so weitermacht wie bisher, laufen wir in einen solchen Mangel hinein“, so der Experte mit Blick auf die insgesamt abnehmende Arztarbeitszeit im Gesundheitswesen und die alternde Gesellschaft. „Das System kann daher nicht so arztzentriert bleiben wie bisher.“

Auch Kommissionsmitglied Jonas Schreyögg verwies im Doppelinterview auf die Notwendigkeit, die Ärzte zu entlasten. Einen Hebel sehen beide Experten darin, von der arztzentrierten Honorierung wegzukommen.

„Das Honorierungssystem ist zu stark auf den Arzt zugeschnitten. Es wäre zielführender, die Honorierung nicht nur an die Leistung des Arztes zu koppeln, sondern eher an das Team“, forderte Schreyögg. Gerlach sprach von einem „Dogma der persönlichen Leistungserbringung durch den Vertragsarzt“. Das behindere, dass die Versorgung teamorientierter organisiert und auch abgerechnet werde.

In diesem Zusammenhang verwiesen die Wissenschaftler darauf, dass in einem funktionierenden Primärversorgungssystem vor allem die Hausärzte den Großteil der Patienten abschließend behandeln müssten und nicht nur einfach zum Facharzt überweisen dürften. Insbesondere für ländliche Regionen fordern die Sachverständigen aber auch, Primärversorgungszentren aufzubauen.

Dort sollen dann auch andere Berufsgruppen im Team mitarbeiten und Patienten versorgen können. So ein Zentrum könnte auch von sogenannten nicht ärztlichen Berufen wie etwa Physician Assistants geleitet werden. „Da sind wir regulatorisch noch in einer Grauzone“, gab Gerlach zu. Der Kommissionsvorsitzende verwies auf Vorbilder wie die früheren Gemeindeschwestern in der ehemaligen DDR sowie auf Polikliniken.

kna

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