Gassen warnt vor weniger Arztterminen bei Honorarkürzungen

Berlin – Am kommenden Montag will die GKV-Finanzkommission ihre Vorschläge für Einsparvarianten für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) vorlegen. Angedacht ist ein Pakt mit einem Sparvolumen in Höhe von rund 30 Milliarden Euro.
Die Politik muss zwölf bis 15 Milliarden Euro einsparen. So groß sollen die Löcher in der GKV im Jahr 2027 sein. Die Kassenärztliche Bundevereinigung (KBV) warnt nun erneut, was Einsparungen für die ambulante Versorgung bedeuten.
„Fachärzte bekommen aktuell schon 15 Prozent der durchgeführten Termine nicht bezahlt“, sagte KBV-Chef Andreas Gassen der Bild. Das entspreche 40 Millionen kostenloser Termine pro Jahr. Wir werden diese Termine im Laufe des Jahres deutlich abbauen. Gibt es auch noch Honorarkürzungen, werden noch mehr Angebote wegfallen.“
Pro Jahr führen Ärzte Gassen zufolge in ihren Praxen fast 580 Millionen Behandlungen durch. Und auch wenn das Budget überschritten ist, vergäben viele Ärzte weiterhin Termine an ihre Patienten. Gassen warnt, das müsse nicht so bleiben, sollte es einen Sparkurs bei Ärzten geben. „Weniger Geld heißt weniger Leistung“, betonte er.
Alarmiert zeigten sich auch die Hausärzte, auch wenn es dort keinen Budgetdeckel gibt. Der Chef des Deutschen Hausärztinnen und Hausärzteverbands (HÄV) Markus Blumenthal-Beier, warnte vor konkreten Folgen.
In besonders betroffenen Regionen „würden sich viele Kollegen genau überlegen, ob sich ihre Praxis noch lohnt, und im Zweifel eben dicht machen“, sagte er der Bild. Patienten müssten dann länger suchen oder fahren.
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