Geburtskliniken in Niedersachsen kämpfen gegen Hebammenmangel

Hannover – In Niedersachsen hat sich die Zahl der Krankenhäuser mit Geburtshilfestationen in den vergangenen Jahren deutlich verringert. Hintergrund ist in jüngster Zeit vor allem der Mangel an Hebammen.
2003 gab es landesweit 107 Krankenhäuser, in denen Babys zur Welt gebracht werden konnten. Aktuell sind es nach Angaben der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) noch 73.
Zum 1. Januar 2019 wird zum Beispiel das Krankenhaus Wittmund keine Geburtshilfe mehr anbieten können. Werdende Eltern müssen nach Aurich, Wilhelmshaven oder Varel ausweichen.
Das Helios-Klinikum in Gifhorn schließt seinen Kreißsaal vom 17. bis zum 22. Dezember. Zu dem ohnehin bestehenden Fachkräftemangel seien Ausfälle wegen Krankheiten und Schwangerschaften hinzugekommen, teilte Helios mit.
Das Haus zahlt Hebammen bei einer Neueinstellung eine Startprämie von 5.000 Euro. Um den Mangel zu bekämpfen, wurde unter Federführung des Gesundheitsministeriums ein Runder Tisch „Hebammenversorgung in Niedersachsen“ eingerichtet, der am kommenden Mittwoch wieder tagt.
„Die Versorgung von werdenden Müttern in den Krankenhäusern ist gesichert, aber die Wege werden weiter“, sagte NKG-Verbandsdirektor Helge Engelke. Notwendig sei, die Ausbildung von Fachkräften zu stärken und attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen. Darüber hinaus müsse auch über eine andere Finanzierung der Geburtshilfe nachgedacht werden. Hier wäre der Bund am Zug.
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