Gematik: Digitale Bedrohungslage im Gesundheitswesen nimmt zu

Berlin – Die digitale Bedrohungslage im Gesundheitswesen nehme insgesamt weiter zu, warnte gestern Sebastian Labinski, Leiter des Cyber Defense Center der Gematik. Das liege auch an der rasanten technischen Entwicklung auf der Angreiferseite, insbesondere durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI).
Deshalb werte man 24/7 Meldungen aus, die man unter anderem von externen Partnern wie dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhalte. Eine tägliche Lagebesprechung sowie die Erstellung eines Sicherheitslagebilds sollen bei Bedarf die Koordinierung gegebenenfalls notwendiger Maßnahmen ermöglichen.
Aktuell arbeite die Gematik intensiv an der strategischen und technischen Weiterentwicklung des Security Monitorings der Telematikinfrastruktur (TI), so Labinski. Ein wichtiger Baustein dabei sei „ZETA Guard“. Diese Sicherheitskomponente der künftigen TI 2.0 soll nach dem Zero-Trust-Prinzip funktionieren – das heißt, niemand im oder außerhalb des Netzes wird pauschal als sicher eingestuft und jede Anfrage an einen Gesundheitsdienst wird einzeln bewertet und autorisiert. Zudem soll ein Monitoring von Betriebsparametern und Telemetriedaten ermöglicht werden.
„Ziel ist es, sicherheitsrelevante Informationen aus verschiedenen Quellen intelligent zusammenzuführen und Bedrohungen schneller zu erkennen. Damit schaffen wir mehr Transparenz über die Sicherheitslage der TI und erhöhen ihre Resilienz gegenüber Cyberangriffen“, erläuterte Labinski.
Effektive Reaktionsprozesse sorgen dafür, dass Angriffe erfolgreich abgewehrt werden können. Automatisierung und der Einsatz von KI wird dabei auch auf Verteidigerseite zunehmend zum entscheidenden Faktor, um sich auf entsprechende Angriffsszenarien vorzubereiten.
Die Weiterentwicklung der TI hin zur TI 2.0 erfolgt in mehreren Schritten und Bausteinen – laut derzeitigem Planungsstand sollen die digitalen Identitäten als zentrales Element sowie konnektorlose Zugänge bis 2029/2030 flächendeckend ausgerollt sein.
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