Vermischtes

Gematik soll Plan für Modernisierung der Telematikinfrastruktur erstellen

  • Montag, 22. Juni 2026
/iconimage, stock.adobe.com
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Berlin – Die Gesellschafter der Gematik haben die Digitalagentur beauftragt, einen Fahrplan für die Modernisierung der Telematikinfrastruktur (TI) zu erstellen. Zentrale Bausteine der TI sollen laut Gematik künftig gebündelt und einheitlich bereitgestellt werden, anstatt sie wie momentan parallel zu entwickeln und zu betreiben.

Für die TI soll perspektivisch eine souveräne Plattformarchitektur auf Open-Source-Basis aufgebaut werden. Unter anderem sollen Fachdienste wie das elektronische Rezept (E-Rezept) dann auf eine gemeinsame Plattform zugreifen, statt auf jeweils vollständig eigene technische Infrastrukturen.

Die Gematik wies darauf hin, dass entsprechende Umstellungsprozesse bereits laufen und weiter „schrittweise“ erfolgen. Sowohl für die beschleunigte Umstellung auf die sogenannte TI 2.0 als auch für den Aufbau der Plattform werde man im nächsten Schritt gemeinsam mit Gesellschaftern und Partnern einen konkreten Umsetzungsplan erarbeiten.

Von Bitmarck, einem zentralen IT-Dienstleister der gesetzlichen Krankenversicherung, hieß es dazu, man begrüße grundsätzlich die von der Gematik im Konzept aufgeführten Ziele der besseren Wirtschaftlichkeit und Schnelligkeit, des Abbaus der Komplexität sowie einer höheren Betriebsstabilität.

Aus Sicht der Bitmarck-Gemeinschaft, das sind etwa 80 Prozent der Krankenkassen, sind jedoch mehrere Punkte im Kontext der weiteren Diskussion zwingend zu beachten. So müsse die Frontend-Hoheit auf Kassenseite bleiben. Zudem dürfe die Gematik nicht zum Marktteilnehmer werden. Befugnisse, die über die Bereitstellung von Backend-Funktionen hinausgehen, seien ausdrücklich auszuschließen.

Auch sei eine Risikoanalyse für das gesamte Vorhaben „zwingend“ notwendig. Projekte dieser Größenordnung würden immer technische sowie finanzielle Risiken bergen. Die Risikoanalyse soll daher den Aspekt der Migration und des Parallelbetriebs sowie der Komplexitätsreduktion explizit in den Fokus nehmen.

Zum Finanzierungsbedarf verwies Bitmarck darauf, dass dieser – gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen GKV-Finanzsituation – klar darzustellen sei. Er müsse die Kosten für die Transition auf Seiten der Kostenträger und der Gematik aufführen.

Darüber hinaus gelte es, den Investitionsschutz sicherzustellen. Hierzu müssten konkrete Maßnahmen aufgezeigt werden, die sicherstellen, dass bisher getätigte Investitionen in Technologien und Systeme langfristig ihren Wert behalten. Bisherige TI-Investitionen, die verlustig gehen, seien „transparent darzustellen“.

Vor diesem Hintergrund sei es von zentraler Bedeutung, dass ein Governance-Modell Anwendung findet, in dem die Krankenkassen bei den weiteren Planungen umfassend eingebunden werden.

aha

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