Politik

Germanwatch: Deutschland unter den Top Drei bei Klimaschäden

  • Mittwoch, 4. Dezember 2019
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Madrid – Deutschland hat einem Ranking der Entwicklungsorganisation Germanwatch zufolge im vergangenen Jahr erstmals zu den drei am stärksten von Extremwettern be­troffenen Staaten gezählt. Wegen der Hitzewellen, Stürme und Dürren des Jahres 2018 landete Deutschland hinter Japan und den Philippinen auf Platz drei im Klima-Risiko-Index, den Germanwatch heute auf der Weltklimakonferenz in Madrid vorstellte.

Das gab es in der 14-jährigen Geschichte des Ländervergleichs noch nie. Im Langfrist-Index, der die Jahre 1999 bis 2018 auswertet, sind Puerto Rico, Myanmar und Haiti die Länder, die am stärksten von Stürmen, Überflutungen und Dürren betroffen waren.

Der jährlich veröffentlichte Klima-Risiko-Index basiert auf einer Datenbank des Rückver­sicherers Munich Re und Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Er vergleicht die durch Extremwetter verursachten Todeszahlen und Sachschäden nach Kaufkraftpari­täten, und zwar sowohl die absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl und zum Bruttoinlandsprodukt.

Die weltweite Erderwärmung lässt Extremwetterereignisse wie Trockenphasen und Stür­me häufiger und stärker werden. In den vergangenen 20 Jahren hätten mehr als 12.000 solcher Ereignisse knapp eine halbe Million Menschen das Leben gekostet und kaufkraft­bereinigt rund 3,5 Billionen US-Dollar Schäden verursacht, teilte Germanwatch mit.

„Der Klima-Risiko-Index zeigt, dass massive Klimawandelfolgen weltweit zunehmen – sie treffen immer öfter auch Industrienationen wie Deutschland oder Japan“, sagte einer der Autoren der Studie, Maik Winges.

„Im Vergleich sind aber die ärmsten Staaten der Welt den noch größeren Risiken ausge­setzt.“ Sie bekämen bisher kaum Hilfe für Schäden und Verluste von den Hauptverursa­chern des Klimawandels, also den Industriestaaten. Teils fehlten auch Daten, weswegen die Schäden in diesen Ländern eher unterschätzt würden.

Im Langfrist-Index sind sieben der zehn am stärksten betroffenen Länder Entwicklungs­län­der mit niedrigen oder mittleren Einkommen. Wie die teils verheerenden Schäden in diesen Ländern finanziell bewältigt werden können, ist eines der Themen auf der dies­jäh­r­igen UN-Klimakonferenz in Madrid, die am vorgestern begonnen hat und zwei Wo­chen dauert. Die internationale Klimafinanzierung ist in der Regel dafür gedacht, ärmeren Län­dern dabei zu helfen, ihren Treibhausgas-Ausstoß zu senken und sich an den Klimawan­del anzupassen.

„Wir beobachten in Ländern wie Haiti, den Philippinen oder Pakistan in so kurzen Abstän­den wiederkehrende extreme Wetterlagen, dass diese Länder kaum Gelegenheit haben, sich nach Wetterkatastrophen zu erholen“, sagte Vera Künzel, eine der Autorinnen.

Puerto Rico sei ein Beispiel für eine wachsende Zahl von Ländern, in denen etwa ein ein­ziger Hurrikan so massive Schäden anrichte, dass Regionen viele Jahre für den Wieder­auf­bau benötigten. Arme Länder bräuchten nicht nur Hilfe bei der Anpassung an den Klima­wandel, sondern auch für unvermeidbare Schäden und Verluste, so Künzel.

dpa

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