Ärzteschaft

Gesundheitsein­richtungen für viele Bürger gut erreichbar

  • Dienstag, 25. Oktober 2022
/picture alliance, Bodo Schackow
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Bonn – Für die meisten Menschen in Deutschland sind die Wege zu wichtigen Einrichtungen der Gesundheits­versorgung kurz. Das ergibt eine heute veröffentlichte Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

75 Prozent der Bevölkerung finden demnach die nächste Hausarztpraxis und 67 Prozent die nächste öffentli­che Apotheke in einem Umkreis von 1.000 Metern. In Landkreisen abseits der größeren Städte liegt der Anteil jedoch deutlich darunter.

Für die Analyse fasste das BBSR alle ärztlichen Fachrichtungen zusammen, die prinzipiell die hausärztliche Versorgung abdecken können.

In den Städten Karlsruhe, Frankfurt am Main, Ludwigshafen am Rhein finden nahezu alle Ein­wohner die nächste Hausarztpraxis in einem Um­kreis von 1.000 Metern.

Am Ende der Liste der kreisfreien Städte und Land­kreise stehen die Kreise Cochem-Zell (Rhein­land-Pfalz) mit einem Anteil von 38 Prozent der Bevölkerung, Freyung-Grafenau (Bayern, 36 Pro­zent) und Eifelkreis Bitburg-Prüm (Rheinland-Pfalz, 33 Prozent).

Auch zwischen den Bundesländern unterscheiden sich die Anteile erheblich. Während vergleichs­weise dicht besiedelte Flächenländer wie Hessen (78 Prozent), Baden-Württemberg (79 Prozent), und Nordrhein-Westfa­len (80 Prozent) überdurch­schnitt­liche Werte aufweisen, liegen sie in Bran­den­burg mit 62 Prozent deutlich unter dem Durch­schnitt.

Ein ähnliches Muster zeigt sich bei den öffent­lichen Apotheken. In den kreisfreien Städten Frank­furt am Main (98 Prozent), Freiburg im Breisgau (97 Prozent) und München (96 Prozent) liegt die nächste öffentliche Apo­theke für die große Mehrheit der Einwohner in Laufweite. Schlusslichter sind die Landkreise Freyung-Grafenau und Cham (Bayern) sowie Lüchow-Dannenberg (Nieder­sachsen), in denen nur jeder Vierte die nächste Apotheke im Umkreis von 1.000 Metern vom Wohnstandort findet.

Unter den Bundesländern weisen Brandenburg (53 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (56 Pro­zent) den niedrigsten Anteil auf.

Das BBSR geht von der Annahme aus, dass Einrichtungen im Umkreis von bis zu 1.000 Metern in der Regel noch fußläufig erreichbar sind. Eine wohnortnahe gesundheitliche Versorgung ist eine tragende Säule des Gesundheitssystems in Deutschland und zugleich ein wichtiger Standortfaktor. Die Siedlungs- und Bevölke­rungsdichte beeinflusst die regionale Verteilung der Einrichtungen stark.

kna

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