Gesundheitsministerin stellt stabile Zusatzbeiträge in Aussicht

Berlin – Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat in Aussicht gestellt, dass die Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht weiter steigen werden. „Mein Ziel ist, den Zusatzbeitrag mindestens stabil zu halten. Diesen Spardruck brauchen wir“, sagte sie dem Nachrichtenportal Politico.
Insgesamt führe „kein Weg daran vorbei, den Anstieg der Ausgaben zu begrenzen“, sagte sie mit Blick auf die steigenden Kosten im Gesundheitssystem. In Bezug auf den in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Zusatzbeitrag sagte Warken: „So kann und soll das nicht weitergehen.“
Im Schnitt war der tatsächliche Zusatzbeitrag, den die 93 Krankenkassen selbst erheben können, zuletzt Anfang Januar um 0,23 Prozentpunkte auf durchschnittlich 3,36 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens angestiegen.
Am letzten Tag des alten Jahres 2025 lag der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz noch bei 3,13 Prozent, wie ein Abgleich mit den Werten vom Vortag zeigt. Die Bandbreite reicht aktuell von 2,18 bis zu 4,39 Prozent.
Eine von Warken eingesetzte Expertenkommission arbeitet derzeit an einem Konzept für Einsparungen im System, „das Maßnahmen für alle Bereiche enthalten wird“, sagte die Ministerin. „Es wird von vielen Seiten Bedenken geben, davon gehe ich aus. Jede Berufsgruppe wird ihren ganz persönlichen Widerstand organisieren. Aber das muss ich aushalten.“
Die Kommission habe den Auftrag, ein Sparpotenzial in Höhe von rund 25 Milliarden Euro vorzuschlagen, sagte die Ministerin. Sie selbst rechnet demnach damit, dass die tatsächliche Lücke im kommenden Jahr bei zwölf bis 14 Milliarden Euro liegen wird.
Die Finanzierung ist auch die größte Sorge, die die Bürger derzeit in Bezug auf das Gesundheitswesen haben. Einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC Deutschland zufolge machen sich 91 Prozent Sorgen, wie Gesundheit angesichts von steigenden Kosten und einer alternden Bevölkerung künftig bezahlt werden soll.
Neben der Finanzierbarkeit werden Fachkräftemangel (53 Prozent) und die Sicherung der Versorgungsqualität (49 Prozent) zu den weiteren großen Herausforderungen gezählt. Für das „Healthcare-Barometer 2026“ sind 1.000 Bürger befragt worden.
Auch in einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt sich die Besorgnis der Menschen. Demnach halten 88 Prozent die Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge für sehr wichtig oder wichtig.
Die große Mehrheit der Menschen sieht Reformbedarf. 29 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass das deutsche Gesundheitssystem grundlegend und umfassend geändert werden sollte, 63 Prozent sehen stellenweise Reformbedarf. Nur acht Prozent geben an, dass es so bleiben soll wie es ist.
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