Gesundheitspolitik: mehr entscheiden und weniger zögern

Düsseldorf – Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Klaus Reinhardt, sieht in Politik und Gesellschaft einen großen Konsens, dass Reformen im Gesundheitswesen nötig sind. Das stimme ihn zuversichtlich, dass Erneuerungen umsetzbar seien, sagte er am Rande des gesundheitspolitischen Jahresauftaktes der Apobank gestern in Düsseldorf.
Reinhardt betonte außerdem die wichtige Rolle der „vielen engagierten jungen Kolleginnen und Kollegen, die bereit sind, die Zukunft der Gesundheitsversorgung zu organisieren“, so der BÄK-Präsident.
Matthias Schellenberg, Vorstandsvorsitzender der Apobank, wies auf dem Treffen auf die offenen Baustellen im Gesundheitswesen hin und forderte ein entschlosseneres Vorgehen bei den gesundheitspolitischen Reformen, „denn ökonomisch stehen die Zeiger auf fünf vor zwölf“, so Schellenberg vor rund 400 Gästen.
Die neue Bundesregierung sei seit acht Monaten im Amt – die Phase des Sondierens sollte damit beendet sein. „Mehr entscheiden und weniger zögern“, sollte jetzt die Devise sein, so Schellenberg. Denn perfekte Lösungen in einem komplexen System mit vielen Interessen seien unrealistisch, so der Apobank-Vorstandsvorsitzende.
Auch er wies daraufhin, dass die Bereitschaft zur Veränderung in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung zu spüren sei, was Mut für die Zukunft mache.
Nicola Buhlinger-Göpfarth, Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands (HÄV), sieht positive Ansätze und nannte in diesem Zusammenhang die hausarztzentrierte Versorgung: „Damit haben wir bereits gezeigt, dass ein Primärarztsystem möglich ist, und dass das nachweislich eine bessere und effizientere Versorgung für Patientinnen und Patienten bedeutet“, sagte sie.
Für den zahnärztlichen Bereich nannte Martin Hendges, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), die Prävention als Erfolgsbeispiel, sie steigere stetig die Mundgesundheit und lasse gleichzeitig kostenstabil arbeiten, sagte er.
Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), betonte, dass die neue Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) den Dialog mit den Heilberufen suche. „Diesen Dialog sollten wir in diesem Jahr nutzen, um das Beste für die Versorgung von Patientinnen und Patienten herauszuholen“, sagte er.
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