Global Health laut Gröhe Markenzeichen der internationalen Verantwortung Deutschlands

Berlin – Auf die besondere Bedeutung einer global ausgerichteten Gesundheitspolitik – der sogenannten Global Health – haben verschiedene Redner bei der Eröffnung des World Health Summit gestern in Berlin hingewiesen. Eine globale Gesundheitspolitik ist nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) „zu einem Markenzeichen der internationalen Verantwortung“ Deutschlands geworden. Auch in Zukunft werde Deutschland dieser Verantwortung gerecht werden und globale Gesundheitspolitik aktiv mitgestalten, erklärte der Minister. Dabei sei eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Politik mit Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Stiftungen und Wirtschaft wichtig.
Die Rolle der Wissenschaft für die Gesundheitsversorgung der Menschen weltweit betonte auch der World Health Summit Präsident Detlev Ganten: „Wissenschaft übernimmt Verantwortung für die großen globalen Herausforderungen – von denen Gesundheit die wichtigste für jeden Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes ist“, sagte er gestern in Berlin.
Der neue Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, betonte in einer Video-Botschaft, dass eine gute und sichere Gesundheitsversorgung weltweit machbar sei: „Eine umfassende Gesundheitsversorgung für alle Länder, auch die einkommensschwachen, ist machbar – es ist eine politische Entscheidung und die beste Investition“, sagte er.
Joanne Liu, internationale Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen, kritisierte, die wohlhabenden westlichen Staaten sähen globale Gesundheit häufig nur als Instrument für mehr Sicherheit. „Hilfe gibt es nur, wenn sich wohlhabende Nationen von einer Krise bedroht fühlen. Ansonsten spielt sie keine Rollen. Solange wir Krisen nur unter dem Sicherheitsaspekt wahrnehmen, geht es mehr um Bedrohung als um die Gesundheit der betroffenen Menschen“, kritisierte Liu.
Portugals Gesundheitsminister Adalberto Campos Fernandes betonte bei der Eröffnung, es sei dringend notwendig, eine gemeinsame Global Health Ausbildung zu schaffen.
Der noch bis morgen laufende World Health Summit ist ein wichtiges strategisches Forum für weltweite Gesundheitsfragen. Er findet seit dem Jahr 2009 jeden Oktober an der Berliner Charité statt.
„Die Herausforderungen der internationalen Gesundheitsversorgung sind immens und können nur durch einen Zusammenschluss aller Akteure im Gesundheitswesen nachhaltig verbessert werden. Die Wissenschaft muss Verantwortung übernehmen und Politik und Gesellschaft als vertrauenswürdiger Berater zur Seite stehen. Diesen Auftrag nimmt der World Health Summit ernst und bringt Akteure aus allen Bereichen des weltweiten Gesundheitswesens nach Berlin, um innovative Lösungsmodelle zu erarbeiten“, umreißt die Charité den Grundgedanken des World Health Summit.
Zentrale Themen sind in diesem Jahr die Gesundheitspolitik der G7/G20, die Entwicklung neuer Impfstoffe, Digitalisierung und Big Data, Gesundheitssicherheit, urbane Gesundheit und die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.
Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und des Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker.
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