Grüne wollen stärkere Öffnung des Gesundheitswesens für ausländische Fachkräfte

Berlin – Das deutsche Gesundheitssystem sollte sich nach Ansicht der Grünen im Bundestag systematisch und verstärkt für ausländische Fachkräfte öffnen und diese gezielt fördern. Das sieht ein neuer Antrag der Fraktion vor, der am 12. Februar im Bundestag im Rahmen einer Anhörung besprochen werden soll.
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels sei das Gesundheitswesen stärker als bisher auf eingewanderte Erwerbstätige angewiesen, heißt es in dem Antrag der Fraktion.
Die Grünen fordern unter anderem bundesweite Standards für Anerkennungsverfahren von Qualifikationen aus dem Ausland bei Pflege- und Gesundheitsberufen, berufsspezifische Sprachkurse, die Repräsentanz von Menschen mit Migrationsgeschichte in den Führungsgremien des Gesundheitswesens sowie eine Strategie zur Integration ausländischer Fachkräfte.
„Das Gesundheitswesen muss an die Anforderungen einer Einwanderungsgesellschaft angepasst werden“, sagte Kirsten Kappert-Gonther aus der Grünen-Fraktion. Ohne eine kulturelle Öffnung der Strukturen könne auf Dauer keine bedarfsgerechte Versorgung aller Menschen in Deutschland sichergestellt werden.
Wichtig sei, gemeinsam mit Akteuren des Gesundheits- und Pflegewesens sowie Migrantenorganisationen eine Strategie zur Integration ausländischer Fachkräfte zu erarbeiten, hieß es. Ziel sei, zugewanderte Fachkräfte und die Stammbelegschaften bei der Integration in den Arbeitsalltag zu unterstützen.
Außerdem sollte sich der Bundestag dem Antrag zufolge bei den Ländern und Hochschulen dafür einsetzen, inter- und transkulturelle Kompetenz und Rassismuskritik in das Studium der Humanmedizin und das Studium anderer Gesundheitsberufe aufzunehmen.
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