Hamburg: Bedeutung der Patientensteuerung betont

Hamburg – Die Bedeutung einer funktionierenden Patientensteuerung hat Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) betont. „Patientensteuerung ist eine der großen Zukunftsaufgaben unseres Gesundheitswesens“, sagte sie beim fünften politischen Sommerabend der Hamburger Heilberufekammern.
Entscheidend sei aber, dass man die Versorgung auch vor Ort entsprechend aufstelle – mit einer starken Primärarztversorgung, gut erreichbaren ambulanten Strukturen und einer bedarfsgerechten, sozialräumlichen Planung.
„Viele Probleme in unseren Praxen und Kliniken entstehen, weil die Menschen zu schnell und auf eigene Faust die medizinische Versorgung in Anspruch nehmen wollen, die sie als passend empfinden“, sagte auch der Präsident der Ärztekammer Hamburg, Pedram Emami.
Mehr verbindliche Steuerung, beispielsweise durch Hausärztinnen und -ärzte, oder eine verpflichtende Ersteinschätzung in der Akut- und Notfallversorgung könne helfen, das Gesundheitswesen zu entlasten, so der Kammerpräsident.
„Klar ist aber auch: Diese Vorhaben bedeuten eine zusätzliche Belastung, gerade für die Kolleginnen und Kollegen im ambulanten Sektor. Deswegen muss es auch eine vernünftige finanzielle Basis für diese Veränderungen geben“, betonte Emami.
Heike Peper, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Hamburg, kritisierte, das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz werde die ambulante psychotherapeutische Versorgung schwächen. Frühzeitige Behandlungen verhinderten nicht nur Chronifizierungen und Verschlimmerungen von psychischen Symptomen, sondern auch damit verbundene erhebliche volkswirtschaftliche Folgekosten.
„Wir benötigen deshalb eine Stärkung der ambulanten Praxen sowie eine Weiterentwicklung und Flexibilisierung des psychotherapeutischen Versorgungsangebots“, forderte sie.
Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen
Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.
Jetzt bei Google bevorzugenDiskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: