Hamburger Bürgerschaft finanziert medizinische Sprachmittler

Hamburg – Sprachbarrieren erschweren vielerorts die Behandlung psychisch kranker und behinderter Geflüchteter. In Hamburg beugen zwei entsprechende Sprachmittlerpools Verständigungsproblemen vor. Die Hamburger Bürgerschaft finanziert das Projekt des gemeinnützigen Vereins „SEGEMI Seelische Gesundheit Migration und Flucht“ zunächst bis 2020.
„Wir sind sehr erfreut, das fundamentale Problem der Finanzierung von Sprachmittlung bei der Behandlung nicht deutschsprachiger Patienten zumindest temporär gelöst zu haben“, begrüßte SEGEMI-Vorsitzender Mike Mösko die Entscheidung der Hamburger Bürgerschaft, die Sprachmittlerpools nach der evaluierten Modellphase für weitere 1,5 Jahre finanziell zu unterstützen.
Nun gelte es, weitere Ärzte und Physiotherapeuten für die Zusammenarbeit mit qualifizierten Sprachmittlern zu begeistern. Diese sollen die rund 5.000 Ärzte und Psychotherapeuten der Hansestadt in 41 unterschiedlichen Sprachen kostenlos bei der Kommunikation mit psychisch kranken oder behinderten Geflüchteten unterstützen.
Die Ärztekammer Hamburg (ÄKH) und die Psychotherapeutenkammer Hamburg bezeichneten den Entscheid als „bundesweit einmalig und wichtigen Anfang, um benachteiligten Gruppen den Zugang zur Regelversorgung zu ermöglichen. „Ohne Sprachmittlung ist qualifizierte medizinische Versorgung kaum zu leisten. Wir brauchen für alle Patienten Sprachmittlung“, unterstrich Ärztekammerpräsident Pedram Emami.
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