Hausärzte wollen mehr Coronaimpfstoffe bekommen

Berlin – Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, spricht sich für deutlich mehr Coronaimpfstoffe für die Arztpraxen aus, damit diese zügig ihre Patienten impfen können. Er hielt der Politik in der Passauer Neuen Presse heute eine Bevorzugung der Impfzentren vor – die aber sei nicht nachvollziehbar.
„Es geht doch nicht um die Auslastung von Impfzentren, sondern um ein rasches Impfen möglichst vieler Menschen. Und die wollen mehrheitlich zu ihren Hausärzten.“ Das bestehende gute Netz solcher Ärzte und auch der Fachärzte sorge dafür, dass der Impfturbo zünde. „Deshalb muss mehr Impfstoff in die Praxen“, sagte er.
Weigeldt kritisierte zudem, die Priorisierung, also die Reihenfolge bei den Impfungen, werde im politischen Raum noch nicht richtig verstanden. „Da kann es nicht um Schema F gehen. Vielmehr brauchen die Ärzte Ermessensspielräume, um zunächst all diejenigen zu impfen, die ein Risiko tragen.“
Er sei zwar nicht dafür, die Priorisierung schon komplett aufzugeben. „Aber die Hausärzte müssen die Möglichkeit haben, damit vernünftig und pragmatisch umzugehen und nicht stur nach Regel. Eine gewisse Flexibilität ist notwendig“, so Weigeldt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vorgestern nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer erklärt, dass Coronaimpfungen spätestens ab Juni für alle in Deutschland möglich sein sollen – also ohne die bisherige Priorisierung nach Alters- und Berufsgruppen sowie Vorerkrankungen.
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