Vermischtes

Heilberuflern ist Familienleben wichtiger als Karriere

  • Montag, 6. März 2017
Uploaded: 06.03.2017 18:55:06 by mis
dpa

Düsseldorf – Familienleben und Partnerschaft sind für Ärzte, Zahnärzte und Apotheker sehr viel wichtiger als gesellschaftlicher Status und eine berufliche Karriere. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) in einer Umfrage unter 500 Heilberuflern.

Danach führt das Familienleben mit 91 Prozent die Liste der wichtigsten Bereiche an, kein anderer Bereich erhält bei der Frage danach, was für den eigenen Lebensstil am wichtigsten ist, solch hohe Zustimmungswerte. Es folgen finanzielle Sicherheit und Altersvorsorge mit 85 Prozent. Berufliche Karriere (45 Prozent) und gesellschaftlicher Status (50 Prozent) stellen Heilberufler nicht in den Vordergrund. Ein repräsentativer Lifestyle spielt mit 13 Prozent für sie kaum eine Rolle.

Für ihren beruflichen Alltag wünschen sich 69 Prozent mehr Zeit für den Patienten. 64 Prozent sprechen sich für mehr Unabhängigkeit bei beruflichen Entscheidungen und 62 Prozent für mehr Flexibilität bei ihrer Arbeitszeitgestaltung aus.

Auf der Agenda der Herausforderungen für das Gesundheitswesen steht der bürokrati­sche Aufwand im Berufsalltag ganz oben – 65 Prozent der Befragten sehen hier Hand­lungsbedarf. An zweiter Stelle folgen mit 48 Prozent staatliche Regulierungen und Budgetierung bei der Patientenversorgung. Trotz geringer Erfahrung im Arbeitsalltag gewichten Studierende den bürokratischen Aufwand fast genauso wie die Selbständigen und Angestellten.

„Insbesondere den Ruf nach weniger Bürokratie und Regulierung sollten die Gestalter unseres Versorgungssystems nicht überhören. Denn um Gesundheitsleistungen von hoher Qualität für alle zu sichern, brauchen wir vor allem engagierte und qualifizierte Menschen, die gerne als Ärzte, Zahnärzte oder Apotheker arbeiten“, kommentiert Ulrich Sommer, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Apobank, die Ergebnisse.

Insgesamt äußerten sich 62 Prozent der Heilberufler zufrieden mit ihrem Beruf. Die Betrachtung der Geschlechter offenbart eine leicht positivere Stimmung bei den Frauen (63 Prozent versus 61 Prozent bei den Männern). Allerdings stehen die Befragten den künftigen Entwicklungen skeptisch gegenüber: 38 Prozent der Befragten zählen die Attraktivität der Heilberufe für den Nachwuchs zu den wichtigsten Herausforderungen für das Gesundheitssystem. Jeder fünfte Heilberufler würde seinen Beruf nicht weiter­empfehlen und fast jeder vierte ist in dieser Hinsicht unentschlossen.

hil

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