Politik

Hemmnisse für medizinische Innovationen abbauen

  • Freitag, 3. Juni 2016

Berlin – Medizinische Innovationen ermöglichen und neue Verfahren den Patienten schneller zukommen lassen – dieses Ziel verfolgt eine neue Arbeitsgruppe des Forums Gesundheitsforschung. Sie widmet sich zunächst zwei Themen: „Validität und Qualität in Modellsystemen“ und „Präklinische Entwicklung und frühe klinische Studien“.

Bevor neue Erkenntnisse aus der Forschung die klinische Versorgung im Alltag verbessern, vergehen bekanntlich oft Jahre oder gar Jahrzehnte. Denn bis zur Marktreife müssen neue Produkte oder Verfahren komplexe Entwicklungsstufen durchlaufen. Die neue Arbeitsgruppe soll Hindernisse auf diesem Weg analysieren und Strategien ent­wickeln, sie abzubauen.

Das Forum Gesundheitsforschung nennt ein Beispiel: Großunternehmen übernehmen Ideen aus der Forschung immer häufiger erst sehr spät. Sie sind oft erst nach einem Wirksamkeitsnachweis am Menschen bereit, aufwendige klinische Studien zu finan­zieren. Deshalb stehen Forscher an den Universitäten und Forschungs­einrichtungen vor der Herausforderung, solche ersten Wirksamkeitsnachweise am Menschen selbst zu führen. Auf die dafür erforderlichen frühen klinischen Studien seien sie jedoch oft nicht eingestellt – ebenso wie viele kleine und mittlere Unternehmen. Die Folge ist, dass erfolgversprechende Ansätze in Diagnostik und Therapie häufig nicht weiterentwickelt werden könnten.

Die Umsetzung von Forschungsergebnissen steht auf der politischen Agenda in Berlin: Mitte April stimmte der Bundestag dem Antrag „Transfer von Forschungsergebnissen und Innovationen in die Gesundheitsversorgung beschleunigen“ zu, den die Regierungskoalition eingebracht hatte.

Das Forum Gesundheitsforschung besteht seit November vergangenen Jahres. Auf Initiative des BMBF bringt es die verantwortlichen Vertreter aller großen Forschungs- und Wissenschaftsorganisationen zum Thema Gesundheitsforschung zusammen und ermöglicht einen organisationsübergreifenden Dialog zwischen den Akteuren.

hil

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