Impfempfehlungen bei Multipler Sklerose aktualisiert

Münster – Aktualisierte Empfehlungen zur Impfstrategie bei Multipler Sklerose (MS) hat das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKMS) vorgestellt. Sie betonen die dringende Notwendigkeit einer frühzeitigen Impfung – idealerweise vor Beginn einer immunmodulatorischen Therapie.
Das KKMS hat dazu eine neue „Pocketcard Impfen“ vorgestellt. Sie enthält detaillierte Empfehlungen zu den jeweiligen Impfzeitpunkten für die verschiedenen MS-Wirkstoffe.
„Eine frühzeitige Impfung ist ein entscheidender Baustein in der Behandlung der MS, da jede vermeidbare Infektion den Verlauf der MS negativ beeinflussen kann“, erläuterte Frauke Zipp, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Neurologie an der Universitätsmedizin Mainz.
Es müssten aber immer auch die individuellen Risiken geprüft werden, um die Immuntherapie wie auch die Impfung für Patienten mit MS als integralen Bestandteil ihres langfristigen Krankheitsmanagements sicher zu gestalten, betonte er weiter.
Eine individuelle Beratung durch die behandelnde Neurologin oder den behandelnden Neurologen sei dafür unerlässlich. Dabei sollte die Lebenssituation, die Therapiestrategie und mögliche Begleiterkrankungen berücksichtigt werden.
Zu den essenziellen Impfungen gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zum Schutz vor Infektionen zählen Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis, Keuchhusten, Hepatitis B, Grippe (Influenza), Herpes Zoster, Pneumokokken, Meningokokken und SARS-CoV-2.
„Da jede Immuntherapie die spezifische humorale und zelluläre Reaktion auf die Impfung beeinflussen kann, ist es generell ratsam, die Impfung vor Beginn der Immuntherapie abzuschließen“, hieß es aus dem Kompetenznetz.
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