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Implantation künstlicher Schultergelenke: Qualitätssicherung zeigt große Unterschiede zwischen Kliniken

  • Montag, 26. Oktober 2026
/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom
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Berlin – Bei der Implantation von künstlichen Schultergelenken gibt es offenbar große Qualitätsunterschiede zwischen den Kliniken, die an der Versorgung beteiligt sind. Das zeigt eine Auswertung von knapp 13.000 Operationen bei AOK-Versicherten, die das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) im Rahmen des Verfahrens „Qualitätssicherung mit Routinedaten“ (QSR) analysiert hat.

Danach liegen die Komplikationsraten im Fünftel der bei diesem Eingriff schlechtesten Kliniken viermal höher als bei den besten Kliniken. Konkret lag die risikoadjustierte Komplikationsrate bei den am besten abschneidenden Kliniken bei 3,6 Prozent, während sie im Fünftel der am schlechtesten bewerteten Kliniken 14,5 Prozent betrug.

„Diese Auswertungen auf Basis von Routinedaten können den Patientinnen und Patienten, aber auch einweisenden Ärztinnen und Ärzten eine wichtige Orientierungshilfe bei der Auswahl der besten Klinik bieten“, sagte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann.

Die Abnutzung des Schultergelenks führt bei vielen Menschen mit zunehmendem Alter zu schmerzhaften Beschwerden, die oft nur durch die Implantation eines künstlichen Schultergelenks verringert werden können. Bei diesem Eingriff wird das verschlissene Gelenk durch ein künstliches Gelenk ersetzt. Diese Operation wurde in Deutschland im vergangenen Jahr etwa 37.000 Mal durchgeführt.

In die Auswertung hat die WIdO-Arbeitsgruppe 12.844 Fälle von AOK-Versicherten einbezogen, die in den Jahren 2020 bis 2024 an insgesamt 178 Klinikstandorten operiert worden sind. Die durchschnittliche Gesamtkomplikationsrate über alle Kliniken lag bei 8,6 Prozent.

Ausgewertet wurden ungeplante Folgeoperationen innerhalb eines Jahres, die bei 4,5 Prozent der operierten Patienten vorkamen. Chirurgische Komplikationen wie Infektionen der Prothese, Verletzungen von Blutgefäßen, Knochenbrüche oder das Ausrenken des künstlichen Gelenks kamen bei 7,1 Prozent der ausgewerteten Fälle vor.

Eine zusätzliche Modellrechnung des WIdO zu den Schulter-OPs zeigt: Wenn alle rund 3.200 Fälle, die in den unterdurchschnittlich bewerteten Krankenhäusern operiert wurden, in überdurchschnittlich abschneidenden Kliniken behandelt worden wären, hätten rund 320 Komplikationsfälle vermieden werden können.

Für gute Ergebnisse bei Schulter-OPs und bei anderen endoprothetischen Eingriffen seien „Erfahrung und Fallzahl von wesentlicher Bedeutung“, sagte Karl-Dieter Heller, Chefarzt der Orthopädischen Klinik des Stiftung Herzogin Elisabeth Hospitals in Braunschweig und Mitglied in den QSR-Expertenpanels Endoprothetik und Schulterchirurgie.

„Die internationale Literatur, darunter auch Auswertungen auf Grundlage der QSR-Daten, zeigt, dass höhere Fallzahlen und größere Erfahrung mit besseren Ergebnissen und einer geringeren Komplikationsrate verbunden sind“, so Heller.

Das Verfahren zur „Qualitätssicherung mit Routinedaten“ wird nach Angaben der AOK in Expertenpanels mit klinisch tätigen Fachärzten ständig weiterentwickelt. Für einen fairen Klinikvergleich würden im Rahmen einer Risikoadjustierung unterschiedliche Patienteneigenschaften wie Alter, Geschlecht oder Vorerkrankungen berücksichtigt, heißt es. Die Ergebnisse der Krankenhäuser werden im AOK-Gesundheitsnavigator angezeigt.

hil

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