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Importe aus China für Antibiotika: Sandoz erhebt Dumpingvorwürfe

  • Donnerstag, 28. Mai 2026
/methaphum, stock.adobe.com
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Zürich – Das Pharmaunternehmen Sandoz hat nach eigenen Angaben bei der EU-Kommission den Entwurf für eine Antidumpingbeschwerde bezüglich der Einfuhr chinesischer Inhaltsstoffe für die Antibiotikaproduktion eingereicht.

Wie das in der Schweiz ansässige Unternehmen, das für die Antibiotikaherstellung ein großes Werk in Österreich betreibt, heute mitteilte, gebe es „eindeutige Anzeichen für marktverzerrendes Verhalten“. Konkret seien dies Preisunterbietungen und staatliche Subventionen, führte Sandoz aus.

Zudem kritisierte das Pharmaunternehmen „die Konzentration der weltweiten Produktionskapazitäten in einem einzigen Land“. Die Vorwürfe beziehen sich auf chinesische Importe von Amoxicillin-Wirkstoffen.

Die EU werde aufgefordert, Antidumpingzölle zu erheben, um zu verhindern, dass ausländische Unternehmen die globalen Märkte mit extrem billigen, staatlich subventionierten Penicillin-Wirkstoffen überschwemmen, erklärte Sandoz. Der „wegweisende“ Schritt des Unternehmens sei der erste derartige Fall in der Pharmaindustrie seit Jahrzehnten.

Sandoz-Chef Richard Saynor kritisierte, dass „mittlerweile bis zu 90 Prozent der weltweiten pharmazeutischen Wirkstoffe für Antibiotika außerhalb Europas produziert werden, vor allem in China“. Dies sei eine „entscheidende strategische Schwachstelle“, erklärte er.

Die aktuellen Marktbedingungen spiegelten „keinen fairen Wettbewerb“ wider – stattdessen benachteiligten sie systematisch eine „resiliente“ Produktion in Europa. Dadurch wiederum werde der Verlust „kritischer Produktionskapazitäten“ riskiert.

Sandoz war 2023 aus einer Abspaltung des Schweizer Pharmariesen Novartis hervorgegangen und ist in Europa der größte Hersteller von Generika – also von Nachahmerpräparaten von Arzneimitteln, deren Patentschutz abgelaufen ist und die deshalb unter anderem wegen der geringeren Entwicklungskosten üblicherweise preiswerter als die Originalpräparate sind.

afp

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