Politik

Industrie legt Positionspapier für nationales E-Health-Zielbild vor

  • Montag, 25. Juni 2018
/pixtumz88, stockadobecom
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Berlin – Acht Industrieverbände aus unterschiedlichen Branchen der Gesundheits­wirtschaft schlagen in einem gemeinsamen Positionspapier eine „Dialogplattform E-Health-Zielbild“ unter politischer Moderation vor. Die Diskussionsplattform soll die Voraussetzungen für eine nationale Strategie schaffen und als Grundlage für den im Koalitionsvertrag verankerten „E-Health-Aktionsplan 2020“ dienen.  

Ein wesentlicher Punkt des geforderten Zielbildes betrifft dabei die Harmonisierung der bisherigen zersplitterten rechtlichen Regelungen für eine sichere Vernetzung und vertrauenswürdige Nutzung von Daten. Ein neues „Datenmodell“ soll daher die bessere Datenverfügbarkeit und -nutzung von Versorgungs- und Forschungsdaten durch „gesetzliche Erlaubnistatbestände“ beispielsweise im Rahmen von Big Data-Anwendungen gewährleisten.

„Regulatorische Grundsätze wie Zweckbindung, Datensparsamkeit und Personenbezug müssen im Zuge der Vernetzung, Versorgungsforschung und Präzisionsmedizin neu gedacht werden“, heißt es hierzu in dem Papier. Denn eine datenbasierte Gesundheits­versorgung werde nur dann möglich, wenn eine Datennutzung auch außerhalb des ursprünglichen Zwecks der Datenerhebung erlaubt sei, da künftige Verwendungsarten in der Forschung etwa zum Zeitpunkt der Datenerhebung oftmals noch unbekannt seien. Hierfür gelte es, neue Einwilligungsmodelle für Patienten zu entwickeln – unter „Einhaltung der anerkannten ethischen Standards der wissenschaftlichen Forschung“.

Vernetzung durch Interoperabilität

Ebenso muss aus Sicht der Verbände die Interoperabilität von medizintechnischen IT-Systemen auf Basis von Datenstandards, die sich an anerkannten internationalen Standards ausrichten, verbessert werden. Auch fordern sie transparente und verlässliche Zugangs- und Erstattungswege, um Patienten einen schnellen Zugang zu innovativen digitalen Versorgungsangeboten zu ermöglichen. Derzeit würden etwa die meisten telemedizinischen oder telemedizinisch unterstützten Anwendungen nicht erstattet, kritisieren sie.

Als ersten Aufschlag für ein E-Health-Zielbild enthält das Positionspapier auch einen Formulierungsvorschlag: „Gesundheitsdaten sollen versorgungs- und forschungs­orientiert genutzt und integriert werden, um den Patientennutzen weiter zu erhöhen. Dafür brauchen wir bundesweit einheitliche Bedingungen, die einen offenen und gesicherten Datenraum ermöglichen, in dem Daten sektorübergreifend zur Verfügung stehen“, heißt es.

Die beteiligten Verbände – BIO Deutschland, Bitkom, bvitg, BVMed, SPECTARIS, VDGH, vfa und ZVEI – verweisen in ihrem Papier zudem auf die große Bedeutung, die die industrielle Gesundheitswirtschaft für den Standort Deutschland hat. Sie steht danach für rund eine Million Beschäftigte und mit einem Gesamtumsatz von 77 Milliarden Euro für einen Anteil von 22 Prozent an der Bruttowertschöpfung der gesamten Gesundheitswirtschaft.

KBr

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