IQWiG bestätigt Zusatznutzen von Afatinib bei bestimmten EGFR-Mutationen
Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen von Afatinib (Handelsname Giotrif) bei der Behandlung nichtkleinzelliger Lungenkarzinome (NSCLC) mit aktivierenden EGFRA-Mutationen bestätigt. Aufgrund der vorgelegten Daten konnte das Institut die Nutzenbewertung jedoch nur für nicht vorbehandelte Patienten in relativ gutem Allgemeinzustand (ECOG-PS 0 oder 1) vornehmen.
Demnach gibt es bei Trägern der EGFR-Mutation Del19 einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen sowie bei unter 65-jährigen Trägern der Mutation L858R einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Afatinib. Bei Patienten mit anderen EGFR-Mutationen bietet sich der Wirkstoff dem IQWiG zufolge dagegen im Vergleich zur herkömmlichen Therapie nicht an.
Der ebenfalls untersuchten Wirkstoffkombination Indacaterol/Glycopyrronium (Handelsname Ultibro Breezhaler, Xoterna Breezhaler) zur Behandlung von Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) bescheinigt das IQWiG allenfalls einen geringen Zusatznutzen.
So lindere die Wirkstoffkombination Atembeschwerden zwar besser als eine Kombinationsbehandlung mit Tiotropium und Formoterol. Dies gelte jedoch nur für Patienten, die aufgrund nur selten auftretender Krankheitsschübe noch keine inhalativen Kortikosteroide benötigen. In der Gesamtschau könnten deshalb lediglich mittelschwer erkrankte Patienten von der Wirkstoffkombination profitieren.
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