Jugend- und Familienministerkonferenz beschließt Stärkung der Medienkompetenz

Frankfurt am Main – Der Umgang von Kindern und Jugendlichen mit den sozialen Medien soll jetzt stärker in den Blick genommen werden. Dafür stimmten heute die Jugend- und Familienminister und -senatoren auf ihrer Hauptkonferenz in Frankfurt. Dort verabschiedeten sie den Leitantrag „Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt stellen: Kompetenzen in einer digitalen Welt – Kompetenzen für Demokratie und Zukunft“.
„Wir brauchen in der digitalen Welt genauso Schutzräume wie in der analogen. Dort haben wir selbstverständlich Altersgrenzen etwa beim Alkohol, beim Autofahren oder bei bestimmten Filmen. Dieses Schutzprinzip sollte auch online gelten“, betonte Diana Stolz (CDU), hessische Familienministerin. Wichtig seien zudem Eltern, die ihren Kindern in diesem Bereich Orientierung gäben und sie in der digitalen Welt begleiteten.
Dafür braucht es Stolz zufolge Beratungsangebote und Schulungen zur Mediennutzung, zum Datenschutz, zu Social Media, digitalen Risiken und altersgerechter Medienerziehung. Auch Fachkräfte aus Familienbildung, Familienzentren und weiteren Einrichtungen müssten qualifiziert werden.
„Digitale Angebote prägen die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen heute in erheblichem Maße. Angebote, die auch Chancen bieten – jedoch nur, wenn sie verantwortungsvoll genutzt werden und wenn klar ist, dass sie analoge Erfahrungsräume nicht ersetzen können“, sagte Heike Hofmann, hessische Jugend- und Sozialministerin und Vorsitzende des Kongresses.
Für sie spielen neben dem Ausbau der Medienkompetenz auch die Plattformbetreiber eine wichtige Rolle. Sie seien in der Pflicht, „altersgerechte Schutzmaßnahmen auf Social-Media-Plattformen zu installieren.“ Außerdem müsse man junge Menschen an der Debatte beteiligen und mit ihnen statt über sie sprechen. „Eine Regulierung der Rahmenbedingungen sozialer Plattformen ist nur dann auch wirksam, wenn junge Menschen selbst angemessen beteiligt werden“, sagte sie.
Bundesfamilienministerin Karin Prien fasste zusammen: „Im Mittelpunkt der Beschlüsse der Jugend- und Familienministerkonferenz standen Schutz und Hilfe für Kinder und Jugendliche. Bund und Länder tragen gemeinsam die Verantwortung für verlässliche und qualitativ hochwertige Angebote für Kinder und Jugendliche.“
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