Politik

Kassen übernehmen unbegrenzt Ausgaben in Corona-Krise

  • Mittwoch, 18. März 2020
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Hannover – Die gesetzlichen Krankenkassen haben einem Bericht zufolge versichert, unbegrenzt alle Ausgaben zu finanzieren, die zur Bewältigung der Corona-Pandemie benötigt werden.

„Wir achten darauf, dass Kliniken und Ärzte mit der erforderlichen Liquidität versorgt werden, damit sie leisten können, was medizinisch notwendig ist“, sagte die Chefin des Kassen-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland heute.

„Wir wollen den vielen Menschen, die sich jetzt in vorderster Reihe um die Patienten kümmern, den Rücken frei halten“, betonte Pfeiffer. Die Kassen würden auch die zusätzlichen Kosten übernehmen, wenn zum Beispiel Ärzte oder Pfleger aus dem Ruhestand zurückkehren, um das medizinisch Personal zu unterstützen. „Dass diese notwendigen zusätzlichen medizinischen und pflegerischen Leistungen finanziert werden, steht für uns außer Frage.“

Pfeiffer sagte, Ziel müsse es sein zu verhindern, dass Ärzte vor die Situation gestellt würden, das Leben eines Patienten zu retten und dabei den Tod eines anderen in Kauf nehmen zu müssen. „Minister Spahn, Ärzteschaft, Pflegekräfte und Krankenkassen arbeiten jetzt gemeinsamen mit großem Einsatz dafür, eine Priorisierung zu vermeiden, bei der es um Leben und Tod geht“, sagte Pfeiffer.

„Die gesetzliche Krankenversicherung mit ihren 73 Millionen Versicherten ist eine starke Solidargemeinschaft, die große Lasten schultern kann“, betonte die Chefin des Spitzenverbandes.

Der Gesundheitsfonds verfüge über Reserven, die nun dringend gebraucht würden. Reiche das Geld nicht aus, müsse möglicherweise der Bund einspringen. „Spätestens im Herbst werden wir einen Kassensturz machen, um zu sehen, wo wir finanziell stehen und ob wir zum Beispiel über eine Erhöhung des Bundeszuschusses sprechen müssen.“

kna

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