Ärzteschaft

Kassenärztliche Bundesvereinigung fordert Strukturwandel in der ambulanten Versorgung

  • Mittwoch, 20. September 2017

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat von der Politik einen Strukturwandel in der ambulanten Versorgung gefordert, um auf die sich verändernden Lebensbedingungen zu reagieren. Insbesondere in ländlichen Regionen gingen die Bevölkerungszahlen zurück, dafür gebe es dort immer mehr alte und damit auch hilfsbedürftige Menschen, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen in Berlin.

Auf die damit einhergehenden stark steigenden Anforderungen an die Leistungs­fähigkeit der Sozialversicherung gelte es zu reagieren. „Dazu gehört, krankenhaus­ergänzende und -ersetzende Strukturen auszubauen und nachhaltig zu fördern, denn ein Krankenhausaufenthalt kann stets nur die Ultima Ratio sein“, so Gassen.

Um zukunftstaugliche ambulante Versorgungsstrukturen zu etablieren, hat die KBV in einem Positionspapier fünf Lösungsansätze erarbeitet. Notwendig sei es demnach zunächst, die Versorgungs-, Qualitäts- und Vergütungsstrukturen an dem künftigen Bedarf auszurichten. Deshalb gelte es, Versorgungsziele zu definieren und entspre­chende Investitionspläne aufzustellen. Dies könne mit wenigen Gesetzesänderungen erreicht werden, so die KBV in dem Papier.

Zudem hat die KBV die Politik dazu aufgerufen, die Gesamtvertragspartner zu ver­pflichten, kassenartenspezifische Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger ambulanter Strukturen zu vereinbaren. Bei der Wahl der Versorgungsziele und der Bewertung bestehender ambulanter Strukturen sollten sich die Verantwortlichen noch mehr an regionalen Vorbildern orientieren. Des Weiteren hat sich die KBV für mehrjährige Vereinbarungen zwischen Kassenätztlichen Vereinigungen und Krankenkassen ausgesprochen. Sie sollen die strukturelle Weiterentwicklung der Versorgung nachhaltig sichern.

hil/sb

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