Katholische Kliniken plädieren für Ausbau regionaler Gesundheitsnetzwerke

Berlin – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will morgen gemeinsam mit den Ländern Empfehlungen für eine Krankenhausreform entwickeln. Im Vorfeld des Treffens hat der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd) in einem Positionspapier Leitplanken für die anstehenden Reformen formuliert.
„Die katholischen Krankenhäuser unterstützen das Vorhaben, die Klinikstrukturen weiterzuentwickeln“, sagte kkvd-Geschäftsführerin Bernadette Rümmelin. Wesentliche Leitplanken dafür seien der konkrete Bedarf der Patienten sowie die flächendeckende Versorgungssicherheit.
Dementsprechend müssten die künftigen Krankenhausstrukturen überall eine wohnortnahe Basisversorgung gewährleisten. „Diese muss auch für Familien und immobile ältere Menschen innerhalb einer Fahrtzeit von maximal 30 Minuten erreichbar sein“, forderte der kkvd.
Für speziellere Versorgungsangebote sei dagegen ein größerer Radius vertretbar. Zudem spricht sich der Krankenhausverband in seinem Positionspapier dafür aus, vorhandene dezentrale Strukturen im Rahmen der Krankenhausplanung zu intelligenten Versorgungsnetzwerken weiterzuentwickeln.
Diese könnten helfen, Doppelkapazitäten abzubauen, ohne die erwartbar hohen Kosten für Standortschließungen und den Bau neuer Zentraleinheiten zu verursachen. Zudem habe die Erfahrung gezeigt, dass eine stärkere Kooperation zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens zu einer besseren Versorgungsqualität führe.
„Außerdem muss die Klinikfinanzierung schnell reformiert werden“, forderte Rümmelin. Damit bedarfsnotwendige Kliniken die notwendige Infrastruktur sowie ausreichend Personal vorhalten können, brauche es fallzahlenunabhängige Basispauschalen.
„Gleichzeitig muss das Prinzip gleiches Geld für gleiche Leistung im Fallpauschalensystem erhalten bleiben“, unterstrich die kkvd-Chefin. Es wäre nicht sachgerecht, wenn Kliniken je nach Größe für die gleiche Leistung eine unterschiedliche Vergütung erhalten, wie unlängst vorgeschlagen wurde.
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