Ärzteschaft

Kaum Wartezeit auf Facharzttermin nach Vermittlung durch Hausarztpraxis oder Terminservicestelle

  • Freitag, 8. Mai 2026
/DESIGN ARTS, stock.adobe.com
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Berlin – Patienten erhalten sehr zügig einen Termin beim Facharzt, wenn sich in der Hausarztpraxis die Notwendigkeit dafür zeigt oder eine Terminservicestelle (TSS) die Vermittlung übernimmt. Das zeigt eine Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

Danach wurden vom vierten Quartal 2024 bis zum dritten Quartal 2025 rund 4,5 Millionen fachärztliche Termine durch Hausarztpraxen vermittelt und etwa 1,5 Millionen über die TSS der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Rund 62 Prozent der über Hausärzte vermittelten Facharzttermine konnten innerhalb von vier Tagen vereinbart werden. In einzelnen Fachgruppen – etwa der HNO-Heilkunde, der Chirurgie, der Gynäkologie und der Urologie – lag dieser Anteil sogar bei 70 bis 80 Prozent.

Auch die TSS tragen wesentlich zur schnellen Versorgung bei: 47 Prozent der TSS-Termine wurden innerhalb von vier Tagen vermittelt, 75 Prozent innerhalb von 14 Tagen.

Die Daten zeigen aus Sicht des Zi zudem, dass die Vermittlung durch Hausarztpraxen und TSS vor allem bei dringenden Behandlungsanlässen eingesetzt werden.

In zentralen Fachgruppen wie HNO, Orthopädie und Kardiologie ist der Anteil diagnostischer Leistungen bei diesen vermittelten Fällen deutlich höher als bei regulären Überweisungen – und nochmals höher als bei Fällen ohne Überweisung. Dies signalisiert dem Zi zufolge, dass diese Fälle komplexer sind.

Die hausärztliche Vermittlung erreicht laut der Auswertung gezielt Personen mit erhöhtem Versorgungsbedarf. Sie sind im Durchschnitt älter, haben mehr Behandlungstage und konsultieren mehr Ärzte als Patienten mit regulären Überweisungen. Dies spricht laut Zi dafür, dass die strukturierte Vermittlung insbesondere bei komplexeren Krankheitsverläufen eingesetzt wird.

„Unsere Daten zeigen eindeutig: Die Hausarzt-Facharzt-Vermittlung und die Vermittlung über die TSS lenken die bestehende Nachfrage von Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Versorgungs- und Steuerungsbedarf in medizinisch sinnvoller Weise“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried.

Beide Instrumente würden in begrenztem Umfang gezielt für Betroffene mit dringendem und oft komplexem Behandlungsbedarf eingesetzt. „Die geplante Abschaffung der Vergütungszuschläge würde daher genau jene Patienten treffen, die besonders auf eine rasche und koordinierte Versorgung angewiesen sind“, warnte der Zi-Vorstandsvorsitzende.

hil

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