KBV fordert neue Finanzierungslösungen für medizinische Versorgung

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will mit der neuen Bundesregierung über den steigenden Bedarf der Bevölkerung an medizinischen Leistungen sprechen. Das kündigte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen in einem Interview auf KV-on an. Dabei werde er auch die nötige Überarbeitung der entsprechenden Finanzierung thematisieren, versprach der KBV-Chef.
„Die Politik hat den Wunsch, den Patienten mehr Leistungen anzubieten. Die logische Konsequenz ist, dass endlich die leistungsfeindlichen Budgets abgeschafft werden“, erläuterte Gassen. Er erinnerte daran, dass die Honorarbudgets Anfang der 1990er-Jahre eingeführt worden seien – also zu einer Zeit, in der es aufgrund der schlechten Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) darum ging, den Ausbau von Leistungen zu begrenzen. Heute gebe es dagegen überhaupt keinen Grund mehr, „mit irgendwelchen fadenscheinigen Argumenten der Beitragssatzstabilität zu argumentieren“.
Gassen kündigte an, über diese und weitere Themen so schnell wie möglich mit dem künftigen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprechen zu wollen. Keiner könne ernsthaft erwarten, dass Ärzte und Psychotherapeuten unbegrenzt immer mehr Leistungen anbieten, wenn auf der anderen Seite das Geld gedeckelt sei.
KBV-Vizevorstand Stephan Hofmeister wies darauf hin, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen und die KBV bereits „eine Menge konstruktiver Angebote und Lösungsvorschläge erarbeitet haben“. Ein Beispiel sei die Neuorganisation der ambulanten Notfallversorgung. Hier gebe es in den Regionen bereits viele gut funktionierende Angebote.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: