KBV startet Nachwuchskampagne „Lass dich nieder in Praxenland“

Berlin – Junge Menschen für eine Niederlassung in der ambulanten Versorgung zu begeistern ist ein Ziel der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) startet sie heute eine neue Phase ihrer bundesweiten Nachwuchskampagne.
Mit dem neuen Titel „Lass dich nieder in Praxenland“ knüpft die Kampagne einerseits an die seit Mai 2014 bestehende Nachwuchsinitiative „Lass dich nieder!“ an, mit der KBV und KVen Medizinstudierenden sowie jungen Ärztinnen und Ärzte aufzeigen wollen, dass die Niederlassung eine „spannende, attraktive und unheimlich vielseitige Option“ ist. Andererseits stellt sie eine Verbindung zu der seit 2025 laufenden Imagekampagne #Praxenland her, die den Stellenwert ärztlicher und psychotherapeutischer Praxen für die Gesellschaft betont.
Herzstück der neuen Nachwuchskampagne ist ein modernisierter Internetauftritt mit Informations- und Serviceangeboten, darunter Hinweisen zu regionalen Förderprogrammen. Ergänzt wird das Angebot durch Social-Media-Aktivitäten, die einen realistischen Einblick in den Praxisalltag vermitteln und Fakten sowie Unterstützungsangebote bündeln.
Dabei setzt „Lass dich nieder in Praxenland“ visuell auf reale Ärztinnen und Ärzte: Fünf Haus- und Fachärzte aus verschiedenen Regionen Deutschlands standen vor der Kamera und werden die Kampagnengesichter sein. Slogans wie „Mehr Verantwortung tragen als jede Führungsetage“ oder „Werde dein eigener Chef, Arzt“ sollen die Vorzüge der Selbstständigkeit in der Praxis unterstreichen.
Der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen hob zum Kampagnenstart hervor, dass die Arbeit in einer eigenen Praxis mehr als ein Beruf sei – „sie ist eine Berufung“. Die Kolleginnen und Kollegen arbeiteten für ihr Leben gern in der Niederlassung und sie täten das mit viel Herzblut.
Damit das aber auch so bleibe, brauche es bessere Rahmenbedingungen. Allein im Jahr 2024 hätten die vertragsärztlichen Praxen Leistungen im Wert von etwa 2,7 Milliarden Euro nicht bezahlt bekommen. Zudem würden jährlich rund 40 Millionen Termine im fachärztlichen Bereich nicht vergütet. „Mit dieser Kampagne werben wir deshalb nicht nur für den Erhalt der ambulanten Versorgung, sondern auch für die Wertschätzung, die sie verdient“, betonte er.
Auch der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende, Stephan Hofmeister, betonte die gesellschaftliche Bedeutung der wohnortnahen Versorgung. Rund 5.000 Hausarztsitze seien derzeit bundesweit unbesetzt, und durch den altersbedingten Abgang der Babyboomergeneration drohe sich die Situation weiter zu verschärfen. Nötig seien daher Strukturreformen und ein Abbau bürokratischer Hürden.
KBV-Vorstandsmitglied Sibylle Steiner verwies auf die Motivation durch die Dankbarkeit der Patienten, machte aber zugleich deutlich, dass der ärztliche Nachwuchs verlässliche Rahmenbedingungen erwarte – von weniger Bürokratie über den Abbau von Wirtschaftlichkeitsprüfungen bis hin zu einer funktionierenden Digitalisierung.
Die Kampagne läuft ab heute noch bis Ende März deutschlandweit und wird multimedial ausgespielt – über Social Media, Streamingdienste, digitale Kanäle sowie als Außenwerbung an prominenten Standorten, etwa im Berliner Regierungsviertel oder in der Nähe von Kliniken. Höhepunkt ist Anfang März die Veröffentlichung eines Kampagnenfilms, der eine Praxisgründung beispielhaft begleitet.
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