KBV-Vize hält Aussetzung der Festbeträge für wirkungslos

Berlin – Die vom GKV-Spitzenverband geplante Aussetzung der Festbeträge für bestimmte Fertigarzneimittel für Kinder trägt nach Ansicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nicht dazu bei, die aktuellen Engpässe zu beheben.
Dies sei eine „Maßnahme, die eher die Gemüter beruhigen soll, als unmittelbar helfen kann“, sagte KBV-Vorstandsvize Stephan Hofmeister in einem Video-Interview. Zumal die Infektionswelle bereits abgeebbt sei und der hohe Bedarf nach diesen Medikamenten vermutlich jetzt sehr schnell stark nachlassen werde, prophezeite Hofmeister.
Er mahnte dagegen an, die Versorgung mit Medikamenten langfristig auf mehrere Hersteller und Lieferanten umzustellen. Dies mache es zwar etwas teurer, aber man sei weniger abhängig, sagte er. Zudem sei angeraten, „die Produktion, auch die Beschaffung von den Rohmaterialien, weniger weit auszulagern“.
Wie in vielen Bereichen durch den Ukrainekrieg und zuvor die Pandemie deutlich geworden, seien die Lieferketten ein Problem. Es würde häufig nur bei einem Hersteller eingekauft, der „möglichst weit weg und möglichst preisgünstig“ sei, kritisierte Hofmeister.
Wenn dann eine Lieferkette unterbrochen werde oder der Hersteller ausfalle, „fehlt in der Konsequenz das Material“. Manchmal liege es „gar nicht an dem Medikament selbst, sondern an den Verpackungen, an den Deckeln, an den Schraubverschlüssen, an irgendwelchen Pfennigartikeln“, fügte Hofmeister hinzu und forderte: „Das müssen wir ändern.“
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