Kinder- und Jugendchirurgen plädieren für Verbot von E-Scootern für Kinder unter 14 Jahren

Berlin – Ärzte fordern ein Verbot von E-Scootern für Kinder unter 14 Jahren. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie (DGKJCH) sprach sich heute in Berlin zudem für eine Helmpflicht beim Fahren der Roller und gezielte Fahrtrainings aus.
„Was als flexibler und angesagter Freizeitspaß oder schnelle und bequeme Option für die Schulfahrt gilt, endet für viele Kinder und Jugendliche im Krankenhaus“, erklärte die medizinische Fachgesellschaft. Nach ihren Angaben steigen die Unfallzahlen durch E-Scooter rasant an: In Deutschland verunglückten jährlich durchschnittlich mehr als 2.500 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren bei Unfällen mit den elektrischen Rollern. Die Gruppe der Jugendlichen von 15 bis unter 18 Jahren sei dabei die am stärksten vertretene Gruppe mit über 1.500 verunglückten Teenagern.
Kinder unter 15 Jahren sind laut Fachgesellschaft ebenfalls stark gefährdet: Obwohl das Fahren von E-Scootern im Straßenverkehr erst ab 14 Jahren erlaubt sei, verunglückten 500 bis 600 jüngere Kinder. Das seien rund 38 Prozent der jugendlichen Unfälle. Damit sei das Risiko für diese Altersgruppe besonders hoch.
„Die Jugendlichen sind oft unerlaubt zu zweit auf einem Roller oder auf privaten Wegen unterwegs“, erklärten die Ärzte. Fast 50 Prozent aller schweren Unfälle geschähen ohne Fremdeinwirkung – oft durch Gleichgewichtsverlust oder falsche Selbsteinschätzung.
Besorgniserregend sei, dass bei Unfällen mit E-Scootern Kinder und Jugendliche auffallend häufig schwere Verletzungen erlitten. „Rund 31 Prozent der Vorfälle werden als klinisch schwer eingestuft und etwa 14 Prozent erfordern eine stationäre Krankenhausbehandlung. Bei Stürzen drohen vor allem gefährliche Kopfverletzungen, Verletzungen des Bauchraums sowie Knochenbrüche im Rumpfbereich.“
„Entgegen der Wahrnehmung als harmloses Spielzeug haben E-Scooter in der Kinder- und Jugendchirurgie das Trampolin als häufigste Ursache für schwere Freizeitverletzungen abgelöst“, erklärt DGKJCH-Pressesprecher Joachim Suß, Chefarzt für Kinderchirurgie am Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg.
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