Klinikreform in Sachsen-Anhalt soll ab 2027 greifen

Magdeburg – Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) geht davon aus, dass die Klinikreform zu Beginn des nächsten Jahres im Land greift.
„Wir sind im Zeitplan. Zum 1. Januar 2027 soll die Zuweisung der Leistungsgruppen wirksam werden“, sagte die SPD-Politikerin. „Die Einführung der Leistungsgruppen wird die Krankenhauslandschaft verändern – nicht jedes Krankenhaus wird künftig jede heute angebotene Leistung weiterhin erbringen.“
Mit den Leistungsgruppen wird etwa festgelegt, welche Klinik künftig Knieoperationen und welche Klinik eher Eingriffe an der Hüfte durchführt. Diese Spezialisierungen sollen die Behandlungsqualität bei komplizierten Eingriffen verbessern.
Mit den neu definierten Leistungsgruppen gibt es nun einheitliche Vorgaben zu Ausstattung und Fachärzten für die Behandlungen. Nur Kliniken, die sie erfüllen, können entsprechende Leistungen anbieten und mit den Krankenkassen abrechnen.
Insgesamt haben die Kliniken in Sachsen-Anhalt 769 Anträge für die Leistungsgruppen eingereicht. Bei 625 Anträgen gab es grünes Licht, bei 144 Anträgen sieht der mit der Prüfung beauftragte Medizinische Dienst die Vorgaben als nicht erfüllt an.
Grimm-Benne bewertet den Zwischenstand dennoch positiv. „Dieses Ergebnis zeigt das gute Zusammenspiel zwischen Krankenhäusern, Medizinischem Dienst und Planungsbehörde“, sagte sie. „Wir müssen jetzt prüfen, ob es in einzelnen Regionen zu einer Unterversorgung kommt. Da muss man dann nachjustieren.“
Derzeit gibt es in Sachsen-Anhalt 44 Krankenhäuser an 53 Standorten. Viele Kliniken sind finanziell unter Druck.
Insgesamt sieht die Gesundheitsministerin viele Entwicklungen im Krankenhausbereich kritisch. „Der finanzielle Druck und der bürokratische Aufwand sind wahnsinnig hoch“, sagte Grimm-Benne. Zudem greife der Bund immer mehr in die Rechte der Länder ein.
„Wir sollten die Versorgung eigentlich vom Patienten aus denken, von der Notaufnahme über die OP bis zur Nachsorge. Diesen Gedanken müssen wir wieder stärker in den Mittelpunkt rücken“, so die Ministerin.
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