Politik

Kommunen befürchten wachsenden Hausärztemangel

  • Mittwoch, 20. Juli 2016
Uploaded: 20.07.2016 16:10:44 by maybaum
/dpa

Freiburg – Die Kommunen in Baden-Württemberg rechnen mit einem größer werdenden Hausärztemangel. Etwa jeder zweite Bürgermeister im Südwesten gehe davon aus, dass sich die Lage in den kommenden fünf Jahren verschlechtern wird, teilten der Hausärzte­verband Baden-Württemberg und die Techniker Krankenkasse heute in Freiburg mit. Dies habe eine gemeinsame Umfrage unter den rund 1.100 Kommunen im Land erge­ben. Vor Ort bestehe Handlungsbedarf.

Von den rund 7.100 in Baden-Württemberg ansässigen Hausärzten seien 35 Prozent älter als 60 Jahre. Kommunen müssten aktiv werden und für das Ansiedeln neuer Haus­ärzte Strategien entwickeln. „Viele Bürgermeister reagieren kurzfristig und fühlen sich allein gelassen“, sagte der Leiter der Landesvertretung der Krankenkasse, Andreas Vogt. Wichtig sei, aktiv zu werden und um künftige Hausärzte zu werben. Hier bestehe Nachholbedarf: Rund die Hälfte der Kommunen habe derzeit keine Aktivitäten geplant, ergab die Umfrage, die mit Hilfe des Gemeindetages organisiert wurde. Mehr als 220 Kommunen hatten sich den Angaben zufolge beteiligt.

„Kommunen müssen handeln und offensiv um Mediziner werben“, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, Berthold Dietsche. Helfen könne die Inter­net-Plattform des Verbandes. Diese bringe Medizinstudenten und andere Interessierte mit Kommunen und Praxisinhabern zusammen. Wichtig sei, dass Kommunen und Medi­zi­ner vor Ort, die für ihre Praxis einen Nachfolger suchen, kooperieren.

Besser informiert werden müssten zudem die Studenten. Noch immer gebe es falsche Vorstellungen. „Der Hausarzt als schlecht bezahlter Einzelkämpfer ohne Freizeit und mit geringem Ansehen in der medizinischen Fachwelt – dieses Bild stimmt längst nicht mehr“, erklärte Krankenkassenchef Vogt. In den vergangenen Jahren hätten etliche gesetzliche Neuregelungen dafür gesorgt, dass auch Hausärzte sozialverträgliche Arbeitsbedingun­gen bei guter Bezahlung vorfänden.

dpa

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