Ärzteschaft

Sachsen: Kaum Nachfolger für Landärzte, Fördervertrag verlängert

  • Freitag, 9. September 2016
Uploaded: 20.07.2016 16:10:44 by maybaum
/dpa

Dresden – Hausärzte in ländlichen Regionen sind rar. Nach Angaben der Kassen­ärzt­li­chen Vereinigung (KV) Sachsen waren zum 1. Juli 226 Hausarztstellen im Freistaat un­be­setzt, davon entfielen mehr als 200 auf die Gegenden außerhalb der Ballungszentren Dresden, Leipzig und Chemnitz. Die Versorgung sei zunehmend problematisch, hieß es.

Den Angaben zufolge sind von den gut 2.600 praktizierenden Hausärzten im Sachsen 680 älter als 60 Jahre, 340 sogar älter als 65 Jahre. Damit seien insgesamt 40 Prozent der Hausärzte nahe dem Rentenalter. Einen Nachfolger zu finden, sei gerade in struk­tur­schwachen Regionen eine Herausforderung. „Viele zögern den Zeitpunkt noch hinaus, oftmals weil die Praxisnachfolge und Versorgung der eigenen Patienten nicht abgesichert ist“, so ein KV-Sprecher.

Die Kassenärztliche Vereinigung bietet deshalb eine Praxis- und Stellenbörse und fördert gemeinsam mit den Krankenkassen Weiterbildungen im Bereich der Allgemeinmedizin so­­wie Praxisneugründungen und Übernahmen. Zudem werden künftige sächsische Land­ärzte gefördert, die sich an der Universität von Pécs im Süden Ungarns ausbilden lassen. Wegen großer Nachfrage soll Zahl der Förderplätze perspektivisch verdoppelt werden, kündigte die KV an.

Das Gesundheitsministerium hat heute zudem mit der KV den Vertrag über das Haus­­arztstipendium verlängert. Auch im kommenden Semester gibt es 20 Stipendien für an­gehende Land­ärzte. Von Oktober an können sich Studenten dafür bewerben, wie das Minis­terium mitteilte. Die Förderung sieht eine monatliche Zahlung von 1.000 Euro vor - vom ersten Semester bis zum Ende der Regelstudienzeit. Im Gegenzug dazu verpflichten sich die Studenten, nach ihrer Ausbildung mindestens sechs Jahre in Sachsen außer­halb der sächsischen Ballungszentren als Hausarzt zu arbeiten. Sachsen hatte das Sti­pendium angesichts fehlender Ärzte auf dem Land zum Wintersemester 2013/14 ein­ge­führt. Bisher wurden 60 Stipendien vergeben.

dpa

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