Wie sich Hausärzte für den Landarztberuf begeistern lassen
München – „Allgemeinmediziner – wie bekommt man sie aufs Land“ war das Thema einer Podiumsdiskussion im oberpfälzischen Berngau zu der die Gemeinde Berngau, der Bayerische Gemeindetag Kreisverband Neumarkt, das Sozialwissenschaftliche Institut für regionale Entwicklung und die „Schule der Dorf- und Landentwicklung“ geladen hatten. Ingrid Schwarz-Aldorf, oberpfälzische Bezirksdelegierte des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV) berichtet darüber im Newsletter des Verbandes.
Die ernüchternde Antwort war: „Schwer oder gar nicht, wenn sie in der Stadt aufgewachsen sind und das Land(arzt)leben nie kennengelernt haben!“ Die Vertreter junger Allgemeinmediziner auf dem Podium plädierten deshalb dafür, Medizinstudierende schon frühzeitig mit der Tätigkeit als Landarzt in Berührung zu bringen, zum Beispiel durch Famulaturen in Landarztpraxen.
Einen Grund für den Hausärztemangel sahen die jungen Allgemeinmediziner auf dem Podium im schlechten Image, das dem Beruf des Hausarztes nach wie vor anhafte. In den Unikliniken werde immer noch auf die Allgemeinmedizin herabgesehen, so ihr Eindruck. Schwarz-Aldorf bestätigt das: „Viele Krankenhausärzte haben ein völlig verzerrtes Bild vom Hausarzt und sehen gar nicht, wie anspruchsvoll die Hausarztmedizin ist, gerade auch angesichts der demographischen Entwicklung“, betont sie in ihrem Newsletter-Beitrag.
Wichtig sei außerdem eine stärkere Präsenz der Allgemeinmedizin an den Universitäten und eine praktischere Ausbildung der Medizinstudierenden zum Beispiel in kleineren Krankenhäusern. „Aber auch die Gemeinden sind gefordert, um jungen Ärzten die Berufswahl des Hausarztes attraktiv zu machen“, gibt Schwarz-Aldorf ein Fazit der Podiumsdiskussion wieder.
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