Ärzteschaft

Komplikationen im OP auch für medizinisches Personal oft sehr belastend

  • Dienstag, 24. März 2026
/alfa27, stock.adobe.com
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Berlin – Komplikationen während einer Operation können nicht nur für Patienten schwerwiegende Folgen haben – sie belasten oft auch die behandelnden Chirurgen massiv. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCh) hin.

Viele Ärztinnen und Ärzte litten nach solchen Ereignissen unter Angst, Schuldgefühlen und Schlafstörungen, manche erwögen sogar einen Berufswechsel. Die DGCh fordert deshalb verbindliche Unterstützungsangebote für Betroffene in Kliniken.

„Selbst bei größter Sorgfalt lassen sich Komplikationen nicht immer vermeiden – von schweren Infektionen bis hin zum Tod von Patientinnen und Patienten“, hieß es aus der DGCh. Auch ohne Fehler könne der Ausgang einer Behandlung emotional belastend sein, etwa wenn ein schwer verletzter Mensch trotz aller Bemühungen nicht hätte gerettet werden können.

„Wenn junge Kolleginnen und Kollegen nach schweren Komplikationen mit ihren Belastungen allein bleiben, verlieren wir Talente – und verschärfen den ohnehin bestehenden Nachwuchsmangel“, warnte DGCh-Generalsekretär Thomas Schmitz-Rixen. 

Roland Goldbrunner, DGCh-Präsident der Uniklinik Köln warnt, bei dem Sachverhalt gehe es nicht um ein individuelles Problem mangelnder Resilienz. „Es ist eine Frage der Organisationskultur“, betonte er.

Die DGCh fordert deshalb, strukturierte Nachbetreuung nach belastenden Ereignissen sowie niedrigschwellige psychologische Unterstützungsangebote in Kliniken verbindlich zu etablieren. Auch eine feste Verankerung des Themas in der chirurgischen Weiterbildung ist der Fachgesellschaft ein Anliegen.

„Wir müssen genauso viel Wert legen auf die psychische Gesundheit der Operierenden wie auf die technische Sicherheit unserer Instrumente“, sagte der DGCh-Experte Matthias Mehdorn, viszeralchirurgischer Oberarzt am Universitätsklinikum Leipzig.

hil

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