Krankenhäusern fehlt Geld für Investitionen

Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat einmal mehr darauf hingewiesen, dass die Kliniken von den Ländern mehr Geld für Investitionen erwarten. „Allein in den letzten zehn Jahren hat sich ein Investitionsstau von mindestens 30 Milliarden Euro aufgetürmt“, hieß es aus der DKG. Die Zahl ergibt sich aus einer von der DKG erstellten Bestandsaufnahme zur Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung.
„Deutschland droht den Anschluss an internationale Standards zu verlieren und bleibt beim Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen weit hinter anderen Staaten zurück“, sagte DKG-Präsident Gerald Gaß. Auch für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege und ein insgesamt attraktives Arbeitsumfeld seien dringend Investitionen erforderlich.
Die DKG-Bestandsaufnahme zeigt, dass die Investitionsmittel der Krankenhäuser von knapp 2,8 Milliarden Euro 2017 auf 3,04 Milliarden 2018 gestiegen sind. Maßgeblich für diesen Anstieg sei dabei das Bundesland Bayern, das seine Fördermittel um rund 140 Millionen Euro aufgestockt habe. „Dieser leichte Aufwärtstrend in einigen wenigen Bundesländern wird die gewaltige Investitionslücke von fast vier Milliarden Euro pro Jahr allerdings nicht schließen können“, hieß es aus der DKG.
Der Bericht zeigt auch, dass die Krankenhauslandschaft in Deutschland im Umbruch ist. Seit 1991 habe sich die Zahl der Krankenhäuser um mehr als 20 Prozent verringert. Gleichzeitig lag die Zahl der Krankenhausfälle mit knapp 19,4 Millionen auf einem gleichbleibend hohen Niveau.
„Diese Zahlen machen deutlich, dass wir einen fortschreitenden Rückgang von Krankenhäusern haben. Aber dieser Prozess ist nicht strukturiert und durch eine aktive Krankenhausplanung erzeugt, sondern vielmehr das Ergebnis einer ungesteuerten Strukturbereinigung auf kaltem Weg“, sagte Gaß.
Er mahnte, die Krankenhäuser seien ein zentraler Bestandteil der sozialen Infrastruktur und Basis des Sozialstaats. „Es muss die gemeinsame und vordringliche Aufgabe des Bundes und der Länder sein, diese Infrastruktur zu sichern und weiterzuentwickeln“, so der DKG-Präsident.
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