Krankenhäuser in Thüringen erhalten mehr Geld für Behandlungen

Erfurt – Thüringens Krankenhäuser bekommen mehr Geld für Behandlungen. Der Landesbasisfallwert wurde im Vergleich zum Vorjahr um etwa drei bis vier Prozent angehoben und beträgt nun 4.561,65 Euro, wie der Verband der Ersatzkassen (vdek) und die Landeskrankenhausgesellschaft (LKHG Thüringen) mitteilten. Der Wert dient als Grundlage für die Berechnung von Fallpauschalen für Behandlungen in einer Klinik.
Man habe sich auf die höchste gesetzlich mögliche Erhöhung geeinigt, sagte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, Rainer Poniewaß. „Die Steigerung der Personal- und Sachkosten liegt deutlich darüber. Es bleibt dabei, dass die Krankenhäuser erheblich unterfinanziert sind.“ Gut sei, dass sich die Krankenhäuser und die Kassen ohne Schiedsstelle geeinigt hätten.
Der Verband der Ersatzkassen spricht von einer Erhöhung des Basisfallwertes um 4,0 Prozent, die Landeskrankenhausgesellschaft von 3,2 Prozent. Sie beziehen sich dabei auf unterschiedliche Ausgangswerte. Laut vdek werden in diesem Jahr Ausgaben von rund 2,1 Milliarden Euro erwartet und damit rund 81 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.
vdek-Landeschef Robert Schöning bezeichnete das Ergebnis als Kompromiss und mahnte, jeder Kostenanstieg für die Krankenkassen müsse angesichts der „immer drastischeren Finanzierungssituation“ der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kritisch betrachtet werden. „Unterm Strich sind es immer die Versicherten, die steigende Kosten mit ihren Beiträgen refinanzieren.“
Der Verband sieht vor allem das Land in der Pflicht, die Krankenhauslandschaft stabil zu finanzieren. Es sei für die Investitionskosten zuständig, etwa für Bau, Sanierung oder die Ausstattung mit Geräten. Dieser Pflicht sei der Freistaat in den vergangenen Jahren aber immer weniger nachgekommen.
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