Politik

Finanzierungslücke bei Krankenhäusern groß

  • Freitag, 9. Januar 2026
/everythingpossible, stock.adobe.com
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Berlin – Die Schere zwischen dem Investitionsbedarf der Krankenhäuser und den tatsächlichen Fördergeldern der Bundesländer klafft weiter deutlich auseinander. Das zeigen neue Zahlen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).

Demnach gab es bei den Kliniken im Jahr 2023 einen Investitionsbedarf in Höhe von 6,52 Milliarden Euro. Dem standen nach Angaben der DKG tatsächliche Fördermittel der Länder in Höhe von 3,89 Milliarden Euro gegenüber. Die daraus resultierende Finanzierungslücke betrug damit mehr als 2,64 Milliarden Euro – ein Fehlbetrag von rund 41 Prozent.

Die DKG betont, die Länder hätten im Jahr 2024 rund 4,24 Milliarden Euro an Investitionsmitteln zur Verfügung gestellt. Dieses Volumen liege nominal leicht über dem langfristigen Durchschnitt seit 1991. Inflationsbereinigt bedeute das jedoch einen Wertverlust von rund 39,5 Prozent gegenüber dem Jahr 1991.

„In nahezu allen Bundesländern stehen den Krankenhäusern heute real deutlich geringere Fördermittel zur Verfügung als vor 30 Jahren“, schreibt die DKG. Die strukturelle Unterfinanzierung schlägt sich nach Angaben der Krankenhausgesellschaft in der Investitionsquote nieder. Bezogen auf die bereinigten Krankenhauskosten ist diese seit 1991 von 9,7 Prozent auf 2,8 Prozent im Jahr 2024 gefallen.

Der im Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) vorgesehene Transformationsfonds in Höhe von 50 Milliarden Euro ab 2026 bis Ende 2035 ändert aus Sicht der Kliniken nichts an dieser strukturellen Unterfinanzierung. Der Fonds sei „ausschließlich für den intendierten Strukturwandel der Krankenhauslandschaft vorgesehen und ausdrücklich kein Ersatz für die reguläre Investitionsfinanzierung der Länder“.

„Den Krankenhäusern fehlen finanzielle Mittel für moderne Gebäude, Medizintechnik, Digitalisierung und energetische Sanierung“, beklagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß. Statt in eine leistungsfähige Krankenhausinfrastruktur zu investieren, würden die Kliniken gezwungen, aus den laufenden Betriebsmitteln gegenzufinanzieren. „Das belastet die Versorgung, gefährdet die Zukunftsfähigkeit und führt zu struktureller Unterdeckung“, betont er.

Die DKG ruft die Bundesländer auf, ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur ausreichenden Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser „endlich nachzukommen“. „Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich: Die Schere zwischen notwendigem Investitionsbedarf und tatsächlicher Förderung geht weiter auseinander – mit Folgen für die Versorgungsqualität“, hieß es.

Die 1.874 Krankenhäuser versorgen jährlich 17 Millionen stationäre Patienten und rund 23 Millionen ambulante Behandlungsfälle mit 1,4 Millionen Mitarbeitern (2023). Die Krankenhäuser generieren gemeinsam einen Jahresumsatz von etwa 141 Milliarden Euro.

may/EB

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