Kritik an Entscheidung gegen zusätzliche Medizinstudienplätze in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Die Forderung der Ärzteverbände Mecklenburg-Vorpommerns, die Medizinerausbildung im Land Mecklenburg-Vorpommern spürbar auszuweiten, findet in der Politik keine Unterstützung. Das stößt auf Unverständnis.
Die Ärzteverbände hatten vorgeschlagen, die Zahl der Plätze an den beiden Landesuniversitäten Rostock und Greifswald in den kommenden beiden Jahren um jeweils 25 Prozent zu erhöhen und jeden zweiten Platz für Bewerber aus dem Nordosten zu reservieren. Diesen Antrag lehnte die Enquete-Kommission des Landtags nun ab.
Zum Unverständnis von Ärztekammer und KV. Der Ärztemangel sei in den bisherigen Anhörungen der Enquete-Kommission als eines der vorrangig zu lösenden Probleme in der Gegenwart und Zukunft benannt worden.
Umso erstaunlicher sei es, dass nunmehr die Mehrheit der Mitglieder der Enquete-Kommission gegen diese gesicherten Erkenntnisse votiert hätten. Auch die ablehnende Stellungnahme des Finanzministeriums finden die Ärzteverbände nicht überzeugend.
„Während kürzlich eine zusätzliche Förderung in Höhe von 18 Millionen Euro auch für private Krankenhauskonzerne mit Landesmitteln unkommentiert blieb, wird 14 Tage später bei der zukünftigen Sicherung von Fachkräften die ‚extrem schwierige Haushaltslage‘ des Landes in den kommenden Jahren angeführt“, heißt es in einer dazu veröffentlichten Stellungnahme.
Mit der jetzigen Entscheidung werde eine Chance vertan, auf den Ärztemangel in Mecklenburg-Vorpommern durch Nutzung und Ausbau der Ressourcen an den beiden Universitäten des Landes zu reagieren. Laut KV und ÄK sollte die Entscheidung darüber, welche Förderung Priorität hat, bei der Landesregierung liegen.
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