Kritik an Korrekturplänen für generalistische Pflegeausbildung
Berlin – Die Geschäftsführerin des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschlands (kkvd), Bernadette Rümmelin, hat kritisiert, dass das Pflegeberufsgesetz offenbar modifiziert werden soll. Der derzeit vorliegende Vorschlag habe mit der ursprünglichen Idee des Gesetzes nicht mehr viel gemein, erklärte sie heute vor Journalisten in Berlin.
Mit dem Pflegeberufsgesetz sollte ursprünglich die heutige Ausbildung zur Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege zu einer dreijährigen generalistischen Ausbildung zusammengeführt werden. Nach heftiger Kritik von vielen Seiten – unter anderem von Kinderärzten – liegt das Gesetzgebungsvorhaben jedoch seit Langem auf Eis. Rümmelin zufolge liegt jetzt jedoch ein Vorschlag vor, demzufolge alle Auszubildenden zunächst zwei Jahre zusammen ausgebildet werden sollen, bevor sie sich in einem dritten Jahr spezialisieren.
„Das ist dann aber keine ganzheitliche Ausbildung mehr“, kritisierte sie. Denn dann würde den Krankenpflegern nur rudimentäres Wissen zum Beispiel über die Pädagogik vermittelt werden, und den Altenpflegern würden medizinisch-technische Informationen vorenthalten. Denn alle Informationen in zwei Jahren zu vermitteln, sei nicht zu schaffen.
Rümmelin warf insbesondere den Trägern der privaten Altenpflege vor, die Reform durch massive Lobbyarbeit revidiert zu haben, da sie keine höheren Tarife für die Mitarbeiter zahlen wollten.
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