Künstliche Intelligenz bewährt sich am Universitätsklinikum Leipzig

Leipzig – Das Institut für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) bewertet den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Unterstützung der Magnetresonanztomografie (MRT) positiv.
Sechs Monate nach der Implementierung eines zertifizierten KI-Tools zeigt sich demnach, dass die neue Hard- und Software nicht nur die räumliche Auflösung der gewonnenen Bilder verbessert, sondern auch die Untersuchung um bis zu 65 Prozent beschleunigen kann.
Der Zeitgewinn beträgt nach Aussagen von Cordula Scherlach, geschäftsführende Oberärztin des Instituts, bis zu 15 Minuten pro Untersuchung. „Zum einen ist es für unsere Patientinnen und Patienten angenehmer, wenn sie keine halbe bis Dreiviertelstunde mehr still im MRT liegen müssen“, so die Neuroradiologin. Außerdem sei es so möglich insgesamt mehr Patienten mit hohem Qualitätsstandard zu untersuchen.
„Diese KI befundet nicht,“ stellt Institutsdirektor Karl-Titus Hoffmann klar. Sie reduziere die Dauer der Untersuchung und sorge für eine höhere Auflösung der gewonnenen Bilder. Dadurch ließen sich neurologische Erkrankungen wie Schlaganfälle, Multiple Sklerose oder Hirntumore am UKL in Zukunft schneller und besser diagnostizieren und damit auch schneller behandeln, so Hoffmann.
Das Universitätsklinikum Leipzig hat seine Ziele in einer Digitalisierungsstrategie bis zum Jahr 2028 formuliert. Zur Evaluation nutzt die Klinik das standardisierte und deutschlandweit im Einsatz befindliche Evaluierungsmodell „Digitalradar Krankenhaus“. Die erste Messung fand Ende Juni 2021 statt.
Dabei hatte das UKL einen Digitalradar Score von 40 Punkten erreicht. Der bundesweite Durchschnitt der Maximalversorger lag im Jahr 2021 im Mittel bei 41 Punkten, das beste Krankenhaus in Deutschland hatte 63,9 Punkten erzielt. Bis Mitte 2027 will das UKL nach eigenen Angaben einen DigitalRadar von mindestens 70 erreichen.
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