KV Saarland will Bereitschaftsdienst mit digitalem Angebot entlasten

Saarbrücken – Mit digitalen Versorgungsangeboten will die Kassenärztliche Vereinigung Saarland den ärztlichen Bereitschaftsdienst gezielt unterstützen. Die technologische Basis DocOnLine.Saarland bietet als ersten Service ab 2026 die Videosprechstunde außerhalb der Sprechstundenzeiten.
Harry Derouet, Vorstandsvorsitzender der KV Saarland, und Thomas Rehlinger, stellvertretender KV-Vorstandsvorsitzender, verwiesen heute im Rahmen einer Pressekonferenz auf Herausforderungen im Bereitschaftsdienst, denen man mit digitalen Optionen entgegentreten wolle.
Die telefonische Kontaktmöglichkeit per 116117 sei sehr personalintensiv – im Jahr 2025 nahmen im Saarland mehr als 200.000 Bürgerinnen und Bürger diese Möglichkeit wahr. Hinzu kämen schwindende Kapazitäten für die Besetzung von Hausarzt- und Bereitschaftsdienstpraxen.
Neben dem Aspekt einer Entlastung spiele auch grundsätzlich der Gedanke einer besseren Patientensteuerung eine Rolle, so Derouet. Da in die Plattform die standardisierte und geprüfte medizinische Ersteinschätzung SmED implementiert sei, könne sie als effektives Steuerungsinstrument genutzt werden.
Wie der KV-Chef erläuterte, stecke man technisch „noch in Kinderschuhen“ – erwarte sich aber künftig einen deutlich spürbaren Nutzen für Ärzte und Patienten. Schon jetzt sei im Rahmen der Videosprechstunden das Ausstellen von elektronischen Rezepten und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen möglich.
Eine Einbettung der elektronischen Patientenakte (ePA) soll perspektivisch folgen. Mittel- bis langfristig wolle man telemedizinische Anwendungen als Ergänzung im Versorgungsalltag auch außerhalb der Sprechstundenzeiten etablieren.
Zu dem nun zur Verfügung stehendem Angebot werden laut der KV Saarland demnächst Praxisposter, Flyer und weitere Informationsangebote bereitgestellt.
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