KV Sachsen-Anhalt drängt auf Reformen für die ambulante Versorgung

Magdeburg – Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Sachsen-Anhalt macht sich für Reformen in der ambulanten medizinischen Versorgung stark.
Dazu gehört, beim geplanten Primärversorgungssystem „die personellen und finanziellen Ressourcen sowie die regionalen Gegebenheiten mitzudenken und Regelungen mit Gestaltungsmöglichkeiten für die Vertragspartner zu schaffen“, heißt es in einer Resolution der Delegierten.
Wichtig sei außerdem eine angemessene Vergütung der ambulanten Leistungen. „Der ambulante Bereich ist das Rückgrat des Gesundheitswesens und nicht der Kostentreiber: In den Arzt- und Psychotherapeutenpraxen werden 97 Prozent aller Behandlungsfälle abschließend versorgt“, so die Resolution. Deshalb sei es nötig, alle Leistungen – auch die fachärztlichen – zu entbudgetieren.
Die KV-Delegierten wenden sich außerdem gegen Pläne, im Rahmen der geplanten Notfallreform zusätzliche Belastungen für die Praxen einzuführen. „Eine Parallelversorgung durch Integrierte Notfallzentren an Krankenhäusern und einen fahrenden Tagesdienst, während Praxen Sprechstunden und Hausbesuche erbringen, ist personell nicht leistbar, finanziell nicht untersetzt und widerspricht der angestrebten Primärarztversorgung“, stellt die Vertreterversammlung in der Resolution klar.
Die Delegierten sprechen sich außerdem für eine Digitalisierung aus, „die Praxen und Patienten einen Mehrwert bringt“. Die ‚ePA für alle‘ als Plattform für den Datenaustausch hätte viel Potenzial – wenn auch Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und weitere an der Behandlung der Patienten beteiligte Leistungserbringer diese befüllen und nutzen würden“, so die KV-Delegierten.
Sie fordern außerdem mehr Medizinstudienplätze, „denn es braucht mehr junge Mediziner, um die sich bewährte flächendeckende ambulante Versorgung von heute auch in Zukunft sicherstellen zu können“, heißt es in der Resolution.
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