Ärzteschaft

KVN-Vorstand hebt Rolle der Arztpraxen für Impfkampagne hervor

  • Montag, 2. Mai 2022
/picture alliance, Georg Wendt
/picture alliance, Georg Wendt

Hannover – Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat den niedergelassenen Haus- und Fachärzten im Land für ihren Einsatz gegen die Coronapandemie gedankt.

„Die Masse der Impfungen wurde in Praxen der Niedergelassenen vorgenommen“, betonte der KVN-Vor­stands­vorsitzender Mark Barjenbruch heute in Hannover. Das habe die Leistungsfähigkeit und Flexibilität der niedergelassenen Ärzte und ihrer Selbstverwaltung eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Mit Stand vom 27. April 2022 sind laut KVN in Niedersachsen 9.267.268 Impfungen durch niedergelassene Haus- und Fachärzte vorgenommen worden. „Diese Zahl macht deutlich, dass die Praxen der Niedergelasse­nen bei uns das Rückgrat der Impfkampagne bildeten“, sagte KVN-Vize Jörg Berling.

Dieses Ergebnis sei mit einer enormen Belastung der Ärzte und ihres medizinischen Fachpersonals erkauft worden. Enttäuscht zeigte sich Berling in diesem Zusammenhang, dass sich die Politik nicht zu einem Corona­bonus für das Praxispersonal durchgerungen hat – allen Forderungen der Kassenärztlichen Vereinigungen zum Trotz.

„Wir können davon ausgehen, dass die Inzidenzzahlen während des Sommers weiter sinken werden. Doch der Herbst könnte eine neue Infektionswelle mit sich bringen“, so Barjenbruch. Schon jetzt nehme man eine vierte Impfung zumindest für gefährdete Bevölkerungskreise in den Blick.

Auch dann, zeigte sich Barjenbruch überzeugt, hätten die niedersächsischen Vertragsärzte wieder die Fähig­keit und die Kapazitäten, um den medizinischen Schutz der Bevölkerung sicherzustellen. Dabei äußerte er sein Unverständnis für den Willen der Politik, Grippeimpfungen künftig in Apotheken zu ermöglichen.

„Bei der Pandemiebekämpfung wurden nur ein Prozent der Impfungen in Apo­theken vorgenommen. Das ist keine Entlastung, auf die die Praxen angewie­sen wären. Die Bevölkerung nimmt das Impfen als eine originär ärztliche Aufgabe wahr. Dabei sollte es bleiben.“

EB

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung