Vermischtes

Langzeit-Opioidtherapie nicht immer leitliniengerecht

  • Mittwoch, 27. Mai 2026
/Stock Footage_ Inc., stock.adobe.com
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Berlin – Dass eine Langzeit-Opioidtherapie nicht immer leitliniengerecht verläuft, hat das Projekt OP-US herausgefunden und die tatsächliche Versorgungssituation in Deutschland untersucht. Da die Ergebnisse vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als relevant eingeschätzt wurden, wurden sie nun gezielt an die Deutsche Schmerzgesellschaft (DSG) weitergeleitet.

Untersucht wurden Routinedaten von rund 113.000 Versicherten der DAK-Gesundheit, Befragungsdaten von 661 Versicherten mit Rücken- und/oder Arthroseschmerzen sowie von 422 Leistungserbringenden, wie der G-BA berichtet. Demnach hatte ein Viertel der Versicherten mit Langzeit-Opioidtherapie keine Diagnose, die auf potenzielle Indikationen der S3-Leitlinie „Langzeitanwendung von Opioiden bei CNTS“ hinwies.

Ausgemacht wurden zudem Faktoren wie Kapazitätsprobleme, qualifikationsbezogene und wirtschaftliche Aspekte, die einer leitliniengerechten Versorgung entgegenstehen. Im Rahmen der Untersuchungen wurden 28 Maßnahmen abgeleitet, die die Rahmenbedingungen, die Patientenversorgung und die Befähigung der Patienten verbessern sollen.

Als führende Fachgesellschaft der S3-Leitlinie soll die Deutsche Schmerzgesellschaft nun überprüfen, ob die Projektergebnisse in die Weiterentwicklung der Leitlinie einfließen können. Sie enthält Empfehlungen, um eine unangemessene Versorgung sowie die Entstehung von Abhängigkeitserkrankungen zu verhindern.

Regionaler krankheitsbezogener Versorgungsbedarf

Auch im Projekt PopGroup sieht der Innovationsausschuss des G-BA Potenzial. Unter Verwendung von rund 8,8 Millionen anonymisierten Daten von Barmer-Versicherten wurde ein Klassifikationssystem für den regionalen krankheitsbezogenen Versorgungsbedarf der Bevölkerung entwickelt, erprobt und evaluiert.

Anhand von Diagnosen und anderen krankheitsrelevanten und demografischen Merkmalen werden Versicherte dabei einer sogenannten „PopGroup“ zugeordnet. Versicherte mit ähnlichen Erkrankungen und vergleichbarem Versorgungsbedarf werden dadurch in klar abgegrenzte Gruppen einsortiert. Die Brauchbarkeit der „PopGroupers“ wurde in vier potenziellen Anwendungsfeldern getestet.

Untersucht wurde etwa, ob sich die Gruppen zur Unterstützung einer sektorenübergreifenden Planung von Versorgungsstrukturen wie beispielsweise für die Krankenhaus- und ambulante ärztliche Versorgung eignen.

Analysiert wurde außerdem, wie „PopGrouper“ zur Berechnung der Krankheitslast in regionalen Vergleichsanalysen genutzt werden können. Ihre Eignung wurde auch im Hinblick auf die Versorgungsforschung und das Case Management überprüft.

Die Ergebnisse hat der Innovationsausschuss an den Unterausschuss Bedarfsplanung des G-BA, das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) und die für die Krankenhausplanung zuständigen Landesbehörden weitergegeben.

Digitale Unterstützung für Knie-TEP

Eine digitale Entscheidungshilfe für das Einsetzen einer Knietotalendoprothese (Knie-TEP) wird vom Innovationsausschuss ebenfalls als vielversprechend bewertet und an den Unterausschuss Qualitätssicherung des G-BA weitergeleitet.

Die digitale Entscheidungshilfe, die im Rahmen des Projekts Value-basedTKR entwickelt wurde, berücksichtigt demnach evidenz- und konsensbasierte Indikationskriterien sowie persönliche Erwartungen der Patienten.

Vor dem Indikationsgespräch nimmt das System patientenberichtete und arztseitig erfasste Gesundheitsdaten auf. Im Anschluss visualisiert es die patientenberichteten Daten, vergleicht sie mit einer Referenzpopulation und veranschaulicht, ob die leitlinienbasierten Indikationskriterien erfüllt werden.

Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen zur Knieendoprothese werden zur Verfügung gestellt, Möglichkeiten zum Erreichen patientenindividueller Therapieziele aufgezeigt und die vom Arzt empfohlene Therapieempfehlung sowie die Entscheidung für oder gegen eine Knieendoprothese festgehalten.

Berichten des G-BA zufolge liefert das Unterstützungssystem einen standardisierten und leitliniengerechten Ansatz, um die Indikationsstellung für Knie-TEP zu verbessern.

nfs/EB

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