Lehrkrankenhäuser sollen mehr Kapazitäten für klinische Lehre schaffen
Hannover – Die großen akademischen Lehrkrankenhäuser der Maximalversorger in Niedersachsen sollen Medizinstudierende ab dem 5. Semester stärker in die klinische Lehre einbinden. Das hat die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), Martina Wenker, angesichts von Engpässen in der Medizinerausbildung vorgeschlagen. „Auf diesem Wege müssen in Deutschland so schnell wie möglich 1.500 zusätzliche klinische Studienplätze geschaffen werden“, fordert die Lungenfachärztin.
Sie führte aus, dass viele junge Deutsche, die hierzulande keinen Medizinstudienplatz erhalten hätten, ins Ausland gegangen seien, um dort auf eigene Kosten Medizin zu studieren. Viele davon hätten den ersten Abschnitt der ärztlichen Prüfung, das Physikum, absolviert und wollten ihr Studium in Deutschland abschließen. Dafür fehlten, ebenso wie für zahlreiche erfolgreiche Absolventen des Physikums auf einem sogenannten Teilstudienplatz an deutschen medizinischen Fakultäten, aktuell jedoch die klinischen Lehrkapazitäten an den Universitäten, so Wenker.
Sie fordere die Politik auf, diesen Mangel zu beheben, indem die akademischen Lehrkrankenhäuser in die klinische Lehre ab dem 5. Semester eingebunden werden. „Es kann nicht sein, dass Ärzte aus dem Ausland nach Deutschland kommen, um eine Mangelsituation auszugleichen, während gleichzeitig deutsche Abiturienten ins Ausland gehen müssen, damit sie die Chance auf einen Medizinstudienplatz bekommen“, sagte die ÄKN-Präsidentin.
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