Leitlinie zur Betreuung von medizinischen Notfällen bei Weltraummissionen

Köln – Eine evidenzbasierte Leitlinie zur Reanimation in der Schwerelosigkeit haben Ärzte und Wissenschaftler um die beiden Erstautoren Jochen Hinkelbein und Steffen Kerkhoff von der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Uniklinik Köln erarbeitet. Sie ist im Scandinavian Journal of Trauma, Resuscitation and Emergency Medicine erschienen (DOI: 10.1186/s13049-020-00793-y).
„Medizinische Notfälle im Weltall sind zwar selten, können aber eine gesamte Raumfahrtmission abrupt scheitern lassen“, begründen die Autoren ihr Engagement.
Die Schwerelosigkeit berge besondere Herausforderungen wie Herzrhythmusstörungen oder Veränderungen in der Blutverteilung des menschlichen Körpers. Ziel der Leitlinie sei, die Sicherheit und medizinische Versorgung im Weltall beziehungsweise in Schwerelosigkeit zu verbessern.
„Herz-Lungen-Wiederbelebung in der Schwerelosigkeit ist durchführbar und sollte gemäß den erdgebundenen Richtlinien in Bezug auf grundlegende Aussagen wie dringende Erkennung und Maßnahmen, Fokus auf qualitativ hochwertige Brustkorbkompressionen, Kompressionstiefe und Kompressions-Ventilationsverhältnis angewendet werden“, heißt es in der Leitlinie.
Dabei seien aber die besonderen Umstände der Schwerelosigkeit und der Raumfahrt zu berücksichtigen, zum Beispiel hinsichtlich zentraler Punkte wie Retterposition und Methoden zur Thoraxkompression, zum Atemwegsmanagement und zur Defibrillation.
An der Leitlinie haben zwei internationale Luft- und Raumfahrtmedizinische Gesellschaften sowie mehr als 20 Autoren mitgearbeitet.
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