Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose aktualisiert

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat zusammen mit anderen Fachgesellschaften und Verbänden die vierte Aktualisierung der S2k-Leitlinie zur Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose (MS) vorgestellt. Sie war 2021 erstmals erschienen und wird als Living Guideline in kurzen Abständen aktualisiert.
Die große Zahl von Immuntherapeutika erlaubt zunehmend eine an den Krankheitsverlauf und das individuelle Risikoprofil angepasste Therapie der MS. Die Immuntherapie soll laut der Leitlinie eine klinische Krankheitsaktivität reduzieren oder verhindern und die Lebensqualität erhalten.
Ein weiteres Ziel ist die Reduktion der per Kernspintomographie messbaren subklinischen Krankheitsaktivität. „Vor Beginn einer Therapie sollen mit der Patientin beziehungsweise dem Patienten realistische Therapieziele vereinbart werden“, heißt es in der Leitlinie.
Die Leitliniengruppe hat die Beschreibungen der einzelnen Immuntherapeutika in einen Appendix ausgelagert. Dieser wird in noch kürzeren Abständen überarbeitet als die Leitlinie selbst.
In der Neuauflage hat das Autoren- und Autorinnenteam das Kapitel A „Multiple Sklerose: Diagnose und Differenzialdiagnose“ vollständig überarbeitet, um der 2024 erfolgten und 2025 veröffentlichten Revision der McDonald Kriterien Rechnung zu tragen.
Der Titel der Leitlinie wurde infolgedessen in „Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD) und MOG-IgG-assoziierten Erkrankung (MOGAD)“ erweitert.
Die aus den neuen diagnostischen Kriterien resultierenden Konsequenzen für die Therapie finden sich in den entsprechend überarbeiteten Abschnitten des Kapitel D. Im Kapitel „Die Therapie der Symptome“ hat das Leitlinienteam ein Unterkapitel „Einschränkungen der Atemfunktionen“ neu hinzugefügt.
Zudem hat es ein Kapitel „Multiple Sklerose im Kindes-/Jugendalter“ in Anlehnung an die S1-Leitlinie Pädiatrische Multiple Sklerose neu verfasst.
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