Politik

Linke kritisiert Krankenkassen für Einsparversuch bei Psychotherapeuten

  • Donnerstag, 5. Februar 2026
Psychotherapie
/picture-alliance, KEYSTONE, Christian Beutler

Berlin – Der GKV-Spitzenverband will im Bewertungsausschuss (BA) erreichen, dass die Honorare für Psychotherapeuten pauschal um zehn Prozent für alle Leistungen abgesenkt werden. Bei den Linken im Bundestag kommt das nicht gut an.

Der Vorstoß der Krankenkassen „ignoriert die Realität der Patientinnen und Patienten“, sagte Evelyn Schötz, Sprecherin für Pflege und psychische Gesundheit der Linksfraktion im Bundestag, dazu heute.

Sie verwies auf Zahlen der OECD wonach sich der Anteil der Menschen in Deutschland mit unbehandelten psychischen Problemen seit dem Jahr 2021 von vier auf zehn Prozent mehr als verdoppelt habe.

„Trotzdem plant der GKV-Spitzenverband ausgerechnet jetzt Sparmaßnahmen – zulasten derjenigen, die Hilfe am dringendsten benötigen“, monierte Schötz.

Wer in dieser Situation die Vergütung senke, gefährdet die psychotherapeutische Versorgung „massiv“, verlängere die ohnehin schon monatelangen Wartezeiten und dränge Therapeutinnen und Therapeuten dazu, verstärkt Privatversicherte zu behandeln.

Schötz betonte, die Linke setze sich für eine flächendeckende, bedarfsgerechte Versorgung mit Kassensitzen, eine gesonderte Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendpsychotherapeuten und die ausreichende Finanzierung für die Weiterbildung von Psychotherapeuten statt weiterer Schritte in Richtung Zwei-Klassen-Medizin ein.

Der Vorstoß der Krankenkassen war bereits vorgestern auf Kritik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks (DPNW) gestoßen.

may

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung